Die Klosterneuburger Orgel war aber zum Zeitpunkt der Aufnahme ganz schön verstimmt und ich glaube nicht, dass dies nur an der Mittelton-Temperatur liegt.
Für mich ein Highlight dieser Reihe und zugleich ein "Geheimtip", denn weder der Organist noch das Instrument haben großen Bekanntheitsgrad und Komponisten wie Johann Gottfried Müthel dürften auch wohl nur Insidern ein Begriff sein. Aber ungeachtet dessen höre ich hier interessante, gute Musik, souverän gespielt auf einer großen, optisch und klanglich schönen Barockorgel, von der ich bis heute noch nie was gehört habe:
Die Orgel ist sicher nix besonderes. Weiß der Geier, wie es zu der Aufnahme gekommen ist. Das ist in vielen Aspekten "old school", aber unüberhörbar mit viel Spielfreude gemacht.
Und tatsächlich eine Aufnahme meines ehemaligen Lehrers Viktor Scholz an der - wie ich finde - immer noch sensationellen Orgel seiner Hauskirche. Den Corette kann man getrost überspringen, da weiß ich nicht, was ihn da geritten hat, aber alleine für das Te deum von Langlais muss man die Scheibe lieben. Vielleicht sollte ich das doch nochmal üben. Als Student hatte ich mal unangenehme Schmerzen von dem Stück. Jedenfalls ein schönes Beispiel, wie man das auf einer Orgel macht, die heute wohl kaum jemanden zu französischer Musik inspirieren würde.
Ich kannte Scholz persönlich nur flüchtig, hatte ihn aber oft gehört, wohnte ich doch über 10 Jahre unmittelbar neben seiner Hauskirche. Als besondere Erinnerung habe ich einen eigenen Konzertmitschnitt (Handrekorder) von 2008.
Ja, ich habe ihn ein paar Mal in dieser Zeit getroffen. Sein wohl letzter Auftritt war in MG-Holt, wo er an einer Truhenorgel seines Sohnes spielte und u.a. eine Sängerin mit Langlais Missa in simplicitate begleitete. Uli Peters improvisierte an der Hauptorgel, weil es für Scholz zu beschwerlich wurde, die Treppen zu steigen.