In seinem neuesten Video, dem bereits 23. Teil der "Basisübungen", erläutert F. J. Stoiber die Erweiterung der sog. "Kadenz 1625", die wir bereits in diesem älteren Video kennengelernt haben. Zur Erinnerung: Diese Kadenz ist nicht etwa nach dem Jahr 1625 benannt, hierbei geht es um die Aneinanderreihung der Tonstufen 1-6-2-5, die sich sogar bis in das NGL erhalten hat.
Stoiber zeigt bei dieser Gelegenheit auch einige interessante, historische Beispiele für die Verwendung dieser Kadenz, die bis zu J. S. Bach zurückreichen. Habt ihr gewusst, dass das fanfarenartige Zwischenspiel des Weihnachts-Klassikers "Ach mein herzliebes Jesulein" aus Bachs Weihnachtsoratorium auf dieser Kadenz basiert ? Auch Mozart bediente sich z.B. in seiner a-Moll-Sonate dieser Kadenz. Liszt erweiterte in seiner Konzert-Etüde "Un Sospiro" (Auf Deutsch: Ein Seufzer) die 1625-Kadenz und eine eingefügte 3. Tonstufe, damit wird die 1625-Kadenz zur 13625-Kadenz. Die gleiche 13625-Kadenz verwendete Liszt übrigens auch in einem seiner bekanntesten Werke, dem 3. Liebestraum in As-Dur.
Die Anwendungsmöglichkeiten dieser "harmonischen Grammatik" in der Improvisation und Liedharmonisation sind nahezu unbegrenzt !
Seit vorgestern gibt es ein neues Improvisations-Lehrvideo von F. J. Stoiber, in dem er sich einmal mehr dem "modalen Stil" widmet. Stoiber fasst in diesem Video nochmal die Grundlagen des modalen Stils quasi als Wiederholung oder für späte Neueinsteiger zusammen und demonstriert Modelle für modale Liedharmonisation und Figuration von Melodien:
Auch in seinem neuen Video, der bereits 24. "Basisübung" widmet sich F. J. Stoiber einmal mehr dem modalen Stil, diesmal stehen Choralsätze zur Gemeindebegleitung im Vordergrund. Stoiber bietet dafür 3 harmonische Modelle an: 1. Harmonisches Crescendo und Decrescendo mittels Farbdissonanzen 2. Quintfällige Harmonisierung mit Farbdissonanzen und Farbalterierungen 3. Akkordmixturen (Parallelführung von Akkorden), also Parallelen, wie sie in einem "strengen Satz" verboten wären !