Im Elsass waren Gebühren an den Silbermann-Orgeln auch üblich. Ich glaube in Marmoutier habe ich zuletzt 100 € gezahlt. Aber wir geben für so viel Zeugs Geld aus und das Instrument ist einmalig. Was soll's? Wenn ich abkratze, nehme ich nichts mit. Und wenn es für den Unterhalt der Orgel verwendet wird, ist doch alles okay.
Heute haben wir das Hochamt um 10:30 in der Basilika besucht, das war ein ganz besonderes Klang- und Musikerlebnis, es wurde (passenderweise) an der großen Marienorgel begleitet, teilweise unter Mitwirkung einer Koloratur-Sopranistin. Das war übrigens das 1. Mal, dass ich diese Orgel seit dem Klais-Umbau gehört habe, bei dem auch die Intonation verändert wurde. Für mein Empfinden klingt sie jetzt etwas milder und weniger neobarock. Es wurden größtenteils Lieder gesungen, die auch in Wien gebräuchlich sind, wie z.B. "Wunderschön prächtige", "Glorwürdge Königin" und das Sanctus aus der Haydnmesse, wobei sich die deutschen Melodiefassungen aber teilweise hörbar von jenen im Wiener Diözesananhang unterscheiden. Und was glaubt ihr, wurde zur Kommunion gesungen und gespielt ? Zuerst ein romantisches "Ave maris stella" und dann - ob ihr's glaubt oder nicht - das Schubert-Ave Maria ! Wenn es nach der (selbsternannten) "Expertenmeinung" unseres Ex-Forianers "Flauto" geht, wissen die in der Basilika tätigen Kirchenmusiker also offensichtlich nicht, was sich liturgisch gehört. Als Postludium gab es Mozart's Halleluja aus "Exsultate, jubilate".
So steckst du uns nun auch mit Ottobeuren an. Ich hab mir mal eben die Website mit den ganzen Orgeln dort angesehen… Wahnsinn was da in der Bassilica alles drin steckt … Vermutet man auf den ersten Blick gar nicht . Eine 4 manualige mit 47 Registern und 5 Manualige mit 90 Registern in einem solchen Raum muss prächtig sein… Unser Dom hier hat im Hauptkirchenraum „nur“ eine romantische 4 manualige mit 93 Registern und im Seitenschiff eine neobarocke mit 2 Manualen und 37 Registern… Und bei denen bin ich immer schon aus dem Häuschen gewesen …. Auch sehr schöne Dispositionen sehe ich da … Da erwartet dich ja ein toller Spielgenuss …
Natürlich sind (nicht nur) die Dispositionen dieser Orgeln vom Feinsten.
Als wir heute während eines Spazierganges Orgelklänge aus der Basilika hörten, zog es uns natürlich gleich hinein. Ein Blick auf ein Plakat beim Eingang verriet uns schnell, dass es sich dabei offensichtlich um eine Probe zu einem Konzert für 2 Trompeten, Orgel und Pauken handelte, das um 16:00, also nur eine knappe Stunde später begann. Natürlich haben wir das Konzert besucht, es war ein großteils barockes Fest-Event, gespielt vom Stiftsorganisten Christoph Hauser und der Familie Stucky.
Und morgen steht ein Orgel-Solo-Konzert von Peter Peinstingl auf dem Programm.
Heute unternahmen wir einen Tagesausflug ins benachbarte Memmingen, wo uns sofort die mächtige, evangelische Stadtpfarrkirche St. Martin in ihren Bann zog. Wir hörten von außen Orgelklänge und gingen hinein, wo uns gleich ein Konzert-Programm überreicht wurde: "Orgel.11", Frank Oidtmann aus Kaufbeuren spielte Tunder, Bach und Rheinberger. Nicht ganz alltäglich war die Einladung unterhalb des Programms: "Im Anschluss an den musikalischen Teil sind Sie herzlich eingeladen zu einem kleinen Nachgespräch über das heute gespielte Programm und die Goll-Orgel." Sowas lasse ich mir natürlich nicht 2-mal sagen. Der Hausherr (Titularorganist) erläuterte dem Publikum die 4-manualige, 62-registrige Goll-Orgel und meine Frau konnte nicht widerstehen zu erwähnen: "Mein Mann ist Organist!" Ohne ein Wort zu sagen, bekam ich sofort angeboten, im Anschluss an die Orgelführung selbst die Orgel auszuprobieren und das ohne zeitliche Begrenzung, was ich natürlich nicht ablehnte. Unglaublich, wie viel Glück ich in letzter Zeit habe ! Ist euch sowas auch schon mal passiert ?
Lieber Romanus, heute ist sicher ein ganz besonderer Tag für dich. Du darfst eine deiner Lieblingsorgeln, wenn nicht sogar die Liebste, selbst spielen! Ganz viel Freude und Spaß dabei.🙂