Die Johannus Prestige 300 wurde 1995-1997 produziert und war zu dieser Zeit das Topmodell von Johannus, das "Flaggschiff", eine Sakralorgel der Luxusklasse. Das serienmäßige Modell hatte einen Neupreis von 243 400 österreichischen Schilling, das sind umgerechnet 17.688,57 €. Doch diese Prestige 300 hat zusätzlich Holzklaviaturen und folgende Zusatz-Register: Chimes (Glockenspiel), Harpsichord (Cembalo), Strings und Gospel (eine Art Hammond-Simulation) Alles Nähere, Disposition, alle Funktionen und sonstige Daten findet ihr in der beiliegenden Bedienungsanleitung ("usermanual").
Die Lampe zur Notenbeleuchtung und die Orgelbank sind natürlich mit dabei.
Der Klang und der Zustand ist für dieses Alter sehr gut, die Prestige 300 hat in der Pfarrkirche St. Katharina in Wien-Atzgersdorf knapp 2 Jahre lang die (wegen der Kirchenrenovierung vorübergehend stillgelegte) Pfeifenorgel würdig vertreten und während dieser Zeit kaum Reparaturen gebraucht, lediglich der Netzschalter musste ausgetauscht werden.
Maße: Höhe (ohne Notenpult): 133 cm Höhe (mit Notenpult): 141 cm Breite: 162 cm Tiefe (ohne Pedal): 75 cm Tiefe (mit Pedal): 99 cm
Mängel: Das einzige, was nicht funktioniert, ist der Schwelltritt für das 2. Manual (Hauptwerk), nachdem ich diesen Schwelltritt aber noch nie gebraucht habe, ist mir das erst vor 2 Monaten aufgefallen, als ich die Orgel ein paar Interessierten vorgeführt habe. Die Klaviatur des unteren Manuals ("Positiv") macht minimale Klappergeräusche. (Beides lässt sich vermutlich leicht beheben.) Die Furnier hat an einer Stelle (Vorderkante der linken Seitenwand in Höhe der Lautsprecher) eine kleine Kerbe, die vermutlich von einem früheren Transport stammt, als die Orgel noch nicht in meinem Besitz war. Die Orgelbank, unter deren aufklappbarem Deckel sich ein großes Notenfach befindet, hat ein paar kleine Furnierschäden.
Die Orgel steht zur Zeit noch im Altarraum der Pfarrkirche St. Katharina in Wien-Atzgersdorf und kann dort nach Vereinbarung besichtigt und ausprobiert werden.
Ich muss sie nicht unbedingt und schon gar nicht um jeden Preis verkaufen, aber wenn, dann um 1000 EU. Wenn sie niemand kauft, auch gut, dann kommt sie eben wieder zurück in mein Wohnzimmer.
Romanus
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Zitat von Romanus im Beitrag #4Ja, der Käufer (übrigens ein Forianer) meinte sogar, ich verlange zu wenig.
Grundsätzlich würden bereits gute Holzklaviaturen (x3) einen wesentlichen Teil des Preises ausmachen. Denn dann eignet sich diese Orgel umsomehr als Trainingsinstrument.
Surprise: Ich bin der "Forianer", der die Prestige 300 gekauft hat. Nicht für mich, dazu später mehr. Beim Orgelforum-Treffen in Wien konnte ich das Instrument probieren und für den Preis bin ich absolut begeistert!
JJBB1 kann ich nur beipflichten - allein die Klaviaturen sind den Preis schon Wert! Und die Orgel funktioniert jetzt nach kurzem Probieren nahezu perfekt. Klar, auf dem Niveau von 1996, aber immerhin.
Romanus äußerte sich so, dass er sehr glücklich ist, dass die Orgel nicht "zerschlagen" wird und nicht nur Bauteile daraus verwendet werden, sondern so, wie es steht, in einem liturgischen Raum Verwendung finden wird. Und das wird sie!
Was mich am jetztigen Standort beim Probieren total überrascht hat, war die kräftige Abstrahlung. Es werkelte nur die eingebaute (für mich absolut schlimme) "Hosenbeinbeschallung", keine externen Lautsprecher. Das Instrument ist im vordersten Ecke der Kirche neben dem Hochaltar aufgestellt, und zwar so, dass die Lautsprecher NICHT IN DIE RICHTUNG der Zuhörer abstrahlen (sondern 90° rechts von ihnen). Die Lautstärke war auf Maximum gestellt, hat aber die Kirche mit mind. 200 Sitzplätzen auch ordentlich voll beschallt!
Im Kloster meiner Mutter (sie trat mit 62 Jahren vor 13 Jahren in ein ungarisches Kloster ein) ist ein uraltes und leider mittlerweile auch kaputtes Sakralkeyboard von Roland aufgestellt. (Das mittlere F funktioniert gar nicht mehr...) Sie muss (darf) auf diesem völlig unzulänglichen Instrument die Messen begleiten.
Statt dieses "Dings" auf einem Keyboardständer kommt nun eine ausgewachsene "Domorgel" in die kleine Klosterkapelle! Es können dort maximum 30-50 Leute sitzen bzw. stehen. Die Kapelle ist wirklich sehr klein. Dadurch wird man die Prestige bei Weitem nicht mit voller Lautstärke spielen müssen, was mich sehr freut, weil beim Tutti in Wien mir die Ohren fast zugefallen sind! Es war für den Spieler schon Richtung unangenehm, obwohl ich Einiges gewohnt bin...
Wir - ich selbst, und auch das Kloster in Ungarn - sind Romanus für den mehr als fairen Preis sehr, sehr dankbar! Ich hoffe, und nehme sogar an, dass das Kirchenleben dort durch dieses Instrument einen richtigen Schwung bekommt!
Ich jedenfalls habe vor, zur Einweihung ein Orgelkonzert auf der Prestige 300 zu geben.