Zitat von Klangpost im Beitrag #9Ich habe hier einige Stücke von Dupré, auch schon öfter Meditationen gespielt. Ich finde es immer sehr hilfreich zu verstehen wie der Komponist so getickt hat. Mit dem Wissen komme ich dann bei anderen Stücke von ihm besser zurecht.
Du schreibst es selbst: Stücke von Dupré mit dem von ihm selbst vorgeschlagenen Fingersatz zu erarbeiten, hilft dir bei der Interpretation seiner Stücke.
Aber da der Fingersatz die Artikulation unterstützen sollte, ist ein auf strenges Legato ausgerichteter Fingersatz keine bevorzugte Methode, um sich Bach zu erschließen. (Und wie Axel schreibt, oft unnötig unbequem)
Gibt es eigentlich eine Ausgabe mit "historisch informierten Fingersätzen"? Oder wird das nur theoretisch bzw. am Beispiel im Unterricht tradiert?
Band von Hans Fagius, der ja alle Bach Werke eingespielt hat. Die Fingersätze sind sicher "moderner" als Dupre, wie historisch informiert sie sind, ich weiß nicht. Sicher gibt es verschiedene Möglichkeiten von Fingersatz in Barock. Ein kleine Hinweis gibt die "Applicatio" aus Anna Magdalena Bach Notenbuch.
Ich gestehe, dass ich 200g Tastendruck noch nicht als extrem schwergängig empfinde. Und die Wender-Rekonstruktion in Arnstadt fand ich jetzt auch nicht problematisch.
Was das Tempo angeht: Da gehen die Auffassungen recht weit auseinender. Ich werde nervös, wenn ich das Gefühl habe, es geht nicht weiter. Das ist weniger eine Frage des absoluten Tempos, sondern des "drives" nach vorne. bei Dupré steht mir das alles viel zu sehr.
Welches Stück ist das denn? Der kleine Ausschnitt sagt mir nicht viel.
Zu historischen Finger- und Pedalsätzen vgl. den Artikel von Lukas Frank: Von der "Fingersprache". Was uns historische Applikaturen über Musik erzählen. In: Singende Kirche 70 (2023), Heft 2, S. 93-103.