Das Endgelenk meines kleinen Fingers an der rechten Hand ist seit längerer Zeit betroffen. Das Endgelenk ist um circa 30 Grad abgeknickt. Es ist etwas wärmer als die übrigen Finger, gerötet und auch steif. Schmerzen habe ich nicht. Auch beim Orgelspielen bin ich bis jetzt nicht beeinträchtigt. Ich bin 70 Jahre alt und nehme das als Alterserscheinung so hin. Bei meinen Altersgenossen – und noch mehr bei Genossinnen – tritt das häufiger auf.
Zitat von Bertrand im Beitrag #11Ich bin 70 Jahre alt und nehme das als Alterserscheinung so hin. Bei meinen Altersgenossen – und noch mehr bei Genossinnen – tritt das häufiger auf.
Es ist ja auch nicht ungewöhnlich, dass ältere Organisten mit den Jahren auch das Tempo etwas reduzieren und sich auf das wesentliche konzentrieren.
Der Kantor in meiner alten Gemeinde konnte nach einem Sturz mit dem Fahrrad auch die Finger nicht mehr so weit spreizen. Das ist dann eben so und er hat seinen Weg gefunden auch schwierige Griffe noch zu spielen... Oft fällt es auch dem Laien überhaupt nicht auf, wenn mal ein Ton unterschlagen wird.
Schwierig im Alter ist da eher den richtigen Zeitpunkt zu finden um aufzuhören. Oft erlebt dass ein Senior kaum noch spielen konnte und es trotzdem weitergemacht hat. Andere wiederum schaffen es dann vorher zu sagen das sie nicht mehr öffentlich spielen bevor es eine Zumutung wird für alle.
Meine Lehrer wird 90 am 20. Dezember. Da ist nichts langsamer und auch von anderen bekannten Organisten ist gesagt, dass sie auch in hohem Alter sehr gut sein konnten.
Deine häufigen, nicht nur hier, Allgemeinerungen und selber gemachten Weisheiten sind für mich sehr fragwürdig.
Zitat von Simon im Beitrag #9Würde der Orgelspieler ein steifes Fingergelenk in Kauf nehmen, wenn dadurch Schmerzen abnehmen oder der Finger stabil belastet werden kann?
Kann man mit einem oder mehreren versteiften Fingergelenken noch ein brillantes Prestissimo spielen ? Ich glaube, eine Gelenkversteifung eines oder mehrerer Fingergelenke wäre für einen Organisten (der sein Instrument liebt und sich nicht davon trennen will) keine gute Option. Dann kann man wohl nur darauf warten und hoffen, dass irgendwann noch etwas Wirksames gegen Fingerpolyarthrosen erfunden wird.
Das müsste man mal untersuchen, wie sich das auf das Spiel auswirkt. Die Gelenkversteifung wäre nur ein Angebot, wenn der Finger durch Instabilität nicht sinnvoll eingesetzt werden kann oder starke Schmerzen bestehen. Etwas gegen Arthrose wäre schön und würde auch denen mit Hüft- und Knieproblemen helfen. Da die Arthrose aber meist Folge von anderen Problemen ist, wird es wohl etwas dauern, bis eine allgemein helfende Therapie gefunden wird.
Ich hatte übrigens u.a. auch schon eine 79-jährige (ehem.) Organistin mit massiven Fingerarthrosen als Patientin, 2 Finger waren schon fast völlig versteift (aber nicht operativ, sondern durch die Arthrosen selbst bzw. durch schmerzbedingte Schonhaltung), sodass sie gar nicht mehr richtig spielen konnte.
Zuerst sagte sie, sie wäre Organistin. Dann habe ich ihre Hände gesehen, die Heberden- u. Bouchardarthrosen waren extrem ausgeprägt, da habe ich gefragt, ob sie mit diesen Arthrosen noch spielen kann und sie sagte: "Nein, mit diesen 2 Fingern nicht mehr." (Ich glaube, 3.+4. links) Sie konnte diese 2 Finger in den IP1-Gelenken nicht mehr bewegen. Man kann ja theorethisch auch noch mit einer Hand und Pedal spielen, aber ich habe dann nicht weiter gefragt, wie sie das macht.
Bei diesem Foto von Ludwig Güttler sind die Heberden-Arthrosen der linken Hand auch nicht zu übersehen. Ob er deshalb 2022 seine Karriere als Trompeter beendet hat ? Okay, er war damals schon 79 und es beruhigt mich, dass er immerhin so lange trotz Fingerarthrosen noch konzertreif spielen konnte.
Auch wenn die Gelenke etwas aufgetrieben wirken, besonders am Zeigefinger, muss das nicht unbedingt mit Schmerzen oder einer Bewegungseinschränkung einhergehen.
Ludwig Güttler betätigt die Ventile seiner Trompete stets mit der rechten Hand, wie man u.a. hier sehen kann, mit der linken hält er nur die Trompete, ich denke, dabei stören die Arthrosen nicht so sehr. Ich bin zwar kein Mediziner wie Romanus oder Simon, aber wäre es nicht denkbar, dass seine rechte Hand weniger von den Arthrosen betroffen ist als die linke, weil sie beim Trompete-Spielen mehr in Bewegung ist und daher besser trainiert wurde?