Inzwischen spiele ich seit 6 Wochen mit den HW- und SW-Samplesets und muss sagen, dass ich mich damit vom Physical Modelling von Organteq2 endgültig verabschiedet habe. Denn jedes Mal, wenn ich Organteq2 oder auch die internen Physis-Stimmen der Concerto nutze, muss ich leider feststellen, wie deutlich diese Orgelstimmen gegenüber den gesampleten HW- und SW-Sets abfallen. Die Organteq und Physis-Orgeln klingen für mich immer etwas synthetisch und vor allem nicht individuell, weil ihnen keine reale Orgel zugrunde liegt. Zwar versucht das Modelling, sich an bestimmten realen Vorbildern zu orientieren. Aber dabei kommt, so scheint es mir, etwas Ähnliches heraus wie bei auf KI gestützten Inhalten: man meint, dass man es bei der KI mit einem realen Menschen zu tun habe, weil die KI mit einer menschlichen Stimme zu sprechen scheint. Die KI spricht aber nicht, sondern sie stellt ledigliche Berechnungen an und erzeugt aus den Berechnungen dann eine Stimme. HW- und SW-Orgeln nutzen zwar auch computergestützte Berechnungen, z.B. um den Hall entsprechend anzugleichen, aber insgesamt klingen die HW- und SW-Sets eben doch wie ihre realen Vorbilder, dadurch mitunter sogar etwas schräg. Wobei die SW-Sets eher etwas geschönt erscheinen, während die HW-Sets durchaus mit Ecken und Kanten daher kommen. All das findet man bei den Physical-Modelling Orgeln nicht, weshalb sie eben leicht steril erscheinen können. Das sind natürlich meine persönlichen Eindrücke, aber ich wollte diese hier einfach mal zur Diskussion stellen, denke aber, dass mir die meisten der hiesigen Nutzer zustimmen werden.
Zitat von Organtangente im Beitrag #51Inzwischen spiele ich seit 6 Wochen mit den HW- und SW-Samplesets und muss sagen, dass ich mich damit vom Physical Modelling von Organteq2 endgültig verabschiedet habe. Denn jedes Mal, wenn ich Organteq2 oder auch die internen Physis-Stimmen der Concerto nutze, muss ich leider feststellen, wie deutlich diese Orgelstimmen gegenüber den gesampleten HW- und SW-Sets abfallen. Die Organteq und Physis-Orgeln klingen für mich immer etwas synthetisch und vor allem nicht individuell....
Hallo Andreas Ich kann deiner Einschätzung ohne Abstriche zustimmen und habe auch immer wieder festgestellt, dass hochwertige Samples, abgespielt auf einer Digitalorgel, immer wesentlich realistischer klingen als die Varianten von Physis. Die klingen einfach zu unauthentisch!
Dabei spreche ich nicht allein von Hauptwerk, das tatsächlich unglaublich schöne Klänge in den Raum zaubert, sondern auch von den weiteren Varianten, die ich aus eigener Erfahrung kenne: Die Samples meiner Monarke zählen genauso dazu wie die Samples der beiden Hoffrichter-Expander SE 20 und SE 24, die ich beide mal einige Jahre genutzt habe. Auch der Expander von Ahlborn klang seinerzeit ziemlich gut, konnte jedoch nicht mit den Klängen der "Hoffrichter-Maschinen". mithalten. Zu nennen sind sicher auch die beiden Ahlborn-Modellreihen Präludium und Organum, die unglaublich schöne, lebendige Pfeifenorgelklänge reproduzieren. Das alles klingt für meinen Geschmack wesentlich besser als die künstlichen, berechneten Sounds von Physis.
Zitat von Organtangente im Beitrag #51HW- und SW-Orgeln nutzen zwar auch computergestützte Berechnungen, z.B. um den Hall entsprechend anzugleichen.
Bei fast allen Samplesets wird der Hall für kurze (Stakkato), mittlere (Portato) und langanhaltende Töne aufgezeichnet (sog. Releases). Diese werden dann je nach Dauer des Tastendrucks einfach abgespielt. In dem Sinne wird da nichts berechnet.