Letzte Woche war ich in Berlin und konnte Orgel spielen in der Auenkirche in Wilmersorf: https://youtu.be/ljWp-pvZ5iU Das zweitgrößte Instrument der deutschen Hauptstadt hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Gebaut und mehrfach erweitert von Furtwängler & Hammer, erhielt sie nach dem zweiten Weltkrieg ein neobarockes Positiv, wobei jedoch die romantische Substanz erhalten blieb. Auch später wurde sie mehrfach noch erweitert. 2022/23 wurde sie dann von Rieger restauriert und erweitert, nachdem sie eine längere Zeit in einem recht desolaten Zustand war. Die jetzige Disposition lautet:
Auxiliarwerk (frei von I-IV und P spielbar) Prinzipal 8' Gambe 8' Flöte 8' Bordun 8' Horn 8' Physharmonika 16' (für späteren Einbau vorgesehen) Physharmonika 8' (für späteren Einbau vorgesehen)
diverse ((Sub-)Oktav-/Melodie-/Bass- sowie frei programmierbare)Koppeln in allen möglichen Kombinationen Tremulant Echo, SW II, Positiv, Auxiliar Nachtigall, Zimbelstern Windschweller für Echoklarinette Walze jedes Werk von jedem Manual spielbar unendlich viele digitale Möglichkeiten und Spielereien
interessante Orgel und wie immer gut gespielt (wenngleich ich das Stück anders registriere, was natürlich immer Interpretationssache ist). Der Rieger-Spieltisch ähnelt stark jenem der Wiener Domorgel, natürlich etwas kleiner. Vielleicht liegt´s an meiner Anlage, aber bei mir "grummeln" die Bässe ein bisschen.
Was genau ist mit "digitale Möglichkeiten und Spielereien" gemeint ?
Bei mir grummeln keine Bässe, aber meine Kopfhörer können ohnehin nicht so tiefe Töne abspielen, deswegen kann es gut sein, dass ich die Bässe noch etwas hätte entschärfen müssen...
Der Spieltisch ist voll Elektronik, man kann alles von überall aus spielen, gefühlt jeden Schalter und jede Funktion umprogrammieren (natürlich nur im Service-Menü, auf das man nicht so ohne weiteres Zugriff hat), sein eigenes Spiel als Midi-Datei aufnehmen und von der Orgel wiedergeben lassen (praktisch, wenn mal kein Organist da sein sollte), die Geschwindigkeit des Zimbelstern regeln, und und und...
Die vier Stunden, die ich dran saß, haben noch lange nicht ausgereicht, um die Orgel wirklich kennen zu lernen, ich bin aber zuversichtlich dass ich noch mal ran darf.