Hallo zusammen, ich hatte letzte Woche die Gelegenheit, relativ spontan eine Orgel ausprobieren zu dürfen, die ich vorher nicht kannte. Und ich habe gemerkt, dass ich dann nicht meinen üblichen Schwierigkeitsgrad spiele, sondern auf super simple Dinge zurückgreife (z. B. eine einseitige Orgelpunkttoccata von Martini) und obendrein noch Zeit verschwende mit dem Grübeln "uiuiui, was spiel ich denn jetzt mal?". Das will ich ändern, damit ich in Zukunft die wenigen Minuten in so einer Situation voll ausnutzen und auch genießen kann.
Daher meine Frage: Welche Stücke empfehlt ihr dafür?
Meine Idee ist, dass ich genau für diese Situation etwas auswendig lerne, was ich dann so gut beherrsche, dass ich fröhlich umregistrieren und die Orgel wirklich für mich durchprobieren kann. Zu umfangreich sollte es wegen des Auswendiglernens nicht sein und auch gerne nicht irre schwer, da ich erst ein Jahr Orgel spiele. Vermutlich wäre es auch gut, wenn man immer mal in einer Hand Pause hat, um dann wieder umregistrieren zu können.
Fällt jemandem von euch etwas ein, was da gut geeignet wäre? Das einzige, was mir einfällt, wären die Toccata und Fuge in d-moll von Bach, aber die sind so elend lang, dass ich dafür Jahre brauchen werde.
Ich nehme zum Ausprobieren einer Orgel gerne Variationszyklen von Johann Pachelbel: leicht zu spielen, unterschiedliche Setzweisen, kurze Abschnitte, zum Registerwechsel prädestiniert.
- Ich habe mir immer gleiche Stücke ausgewählt, die ich technisch bereits gut beherrsche - Aus verschiedenen Zeitepochen (Renaissance, Barock, Klassik), immer mit entspr. Registrierung - Dann je 1 spezifisches Stück wie Volksmusik, Jodel, POP - z.T. habe ich diese aufgenommen (Smartphone), um sie später zu Hause zu hören
So hatte ich mit den mir bekannten Stücken klare Klangvergleiche, sowie auch z.B. Vergleiche der Tastatur-Haptik. Bevor ich zu den Klangvergleichen geschritten bin, habe ich mir die techn. Details der in Frage kommenden Instrumente in einer Tabelle zusammengestellt Mein Vorteil war, dass ich einen Grossteil meiner Musikliteratur digital auf meinem iPad habe. So musste ich nie Noten schleppen...
P.S. Eine Evaluation eines Orgelmodells ist keine triviale Sache. Da lohnt sich ein strukturiertes, systematisches Vorgehen.
Martin, so komplex ist meine Situation gar nicht. Ich war zu Besuch bei einem Organisten in Oslo und hab ihm beim Stimmen zugeschaut. Und dann kam: „Willst du mal spielen? Ich muss Mails schreiben, dann hast du ein paar Minuten.“ Also wirklich nur just for fun, um das Instrument mal kurz unter den Fingern zu haben. Gehört hatte ich es vorher noch nicht und meine einzige Vorbereitung bestand darin, mein iPad in der Tasche zu haben 😉 Manchmal ergibt sich exakt so eine kurze Spiel-Chance ja auch bei einer Orgelführung.
Ich improvisiere grundsätzlich an unbekannten Orgeln, da ich den Sound kennenlernen möchte und ich mich nicht darauf konzentrieren will, alles richtig zu spielen.
Prima, vielen Dank. Ich habe mir die Noten von Pepusch gerade bestellt. An alle: Auf der verlinkten Website sind weitere Noten verlinkt, die z. T. frei erhältlich sind. Vielleicht ist das ja für noch jemanden interessant.
Liebe Grüße in die Runde und DANKE an alle, die mir Tipps gegeben haben.
Ich würde es so machen wie wenn ich eine neue Orgel das erste mal spiele. Langsam damit experimentieren und vielleicht nicht gleich die riesigen Stücke, sondern den Fokus auf das Instrument richten, wie fühlt es sich an, gefällt es mir etc.