Zitat von Ebi im Beitrag #2Fallse es Jemanden interessiert: Es handelt sich um folgendes Angebot.
Ich würde das so verstehen:
akustischer 16'-Subbass: zumindest tlw. akustisch, zB von C-G in der großen Oktave faktisch als Quintbass ausgeführt.
Unit-Orgel: d.h. Unit-Windladen bzw. "Einheits-Windlade", wo aus einer Pfeifenreihe nach dem Multiplex-System verschiedene "Register" gewonnen werden.
zB Gedeckt 8', Flöte 4', Quint 2 2/3' und Flöte 2' ... aus einer gemeinsamen Pfeifenreihe (wie bei Registerauszügen) zB Oktav 4', Prinzipal 2' ... aus einer gemeinsamen Pfeifenreihe (wie bei Auszügen)
d.h. es gibt nur wenige "echte" Register iSe eigenen Pfeifenreihe, scheinbar aber viele "Register" bzw. viele "Registerschalter". Grundsätzlich ist diese Technik bei elektrischen Trakturen zB elektrischer Kegellade leicht möglich zu realisieren. Bei mechanischen Schleifladen-Orgeln lässt sich dies nur eingeschränkt zB in Form von "Transmissionen" realisieren. Daher sind derart viele "Register" in einem derart kleinen Orgelgehäuse möglich.
Das es sich bei dieser konkreten Orgel um eine elektrische Kegellade handelt, ist auf dem Foto durch das Voltmeter links oben erkennbar.
Zitat von JJBB1 im Beitrag #3Das es sich bei dieser konkreten Orgel um eine elektrische Kegellade handelt, ist auf dem Foto durch das Voltmeter links oben erkennbar.
In der Beschreibung der Orgel tritt der Begriff "Unit-Orgel" auf. Die "Unit-Organ" wurde von Robert Hope-Jones um 1900 erfunden und patentiert. Der Name bezieht sich darauf, dass er seine Orgeln nicht in Teilwerke wie Hauptwerk, Positiv, Schwellwerk, Pedal etc. einteilte, sondern als eine Einheit ("Unit") verstand; alle Pfeifenreihen konnten im Prinzip allen Klaviaturen zugeordnet werden und natürlich auch in beliebigen Fußtonlagen gespielt werden - aus diesem Gedanken wurden später in Deutschland die "Multiplex-Orgeln" entwickelt. Technisch realisierten Hope-Jones und alle nachfolgenden amerikanischen Orgelbauer dies mit elektrischen oder elektropneumatischen Kastenladen ohne Kanzellen, bei denen jede Pfeife mit einem separaten, elektisch gesteuerten Ventil versehen ist. Eine klassische Kegellade mit Registerkanzellen macht in diesem Konzept wenig Sinn, die Registerkanzellen sind schlicht überflüssig bei einer Einzeltonsteuerung. Ich vermute mal, da ausdrücklich der Begriff "Unit-Orgel" verwendet wird, wird die angebotene Orgel ebenfalls eine elektrische Kastenlade besitzen. Das Voltmeter zeigt nur, dass es eine elektrische Traktur ist, auf die Ladenkonstruktion ermöglicht es keine Rückschlüsse.
Verschueren hat unter dem Namen "Mignon" anscheinend Serienorgeln vertrieben; hier ist eine Klangdemonstration einer solchen Mignon-Orgel von Verschueren: https://www.youtube.com/watch?v=MQ8LKD1Bp94
Das ist ja unglaublich, welcher Sachverstand zu diesem Thema hier zum Vorschein kommt; das weiss ich sehr zu schätzen. Vielen Dank für eure Erläuterungen!