Ende der 70ger, Anfang der 80ger Jahre besuchte ich regelmäßig Orgelvespern. Oft wurden dort, und auch in Ogelkonzerten, Werke von Olivier Messiaen gespielt. Wenn ich mich jedoch heute so auf YouTube, aber auch bei Orgelkonzerten umschaue, findet sich Messiaen nur noch ganz selten unter den Stücken. Nehme nur ich das so wahr, oder seht ihr das genauso? Woran mag es liegen, dass er nur noch selten gespielt wird - fragt sich Lupus
Ende der 70ger, Anfang der 80ger Jahre besuchte ich regelmäßig Orgelvespern. Oft wurden dort, und auch in Ogelkonzerten, Werke von Olivier Messiaen gespielt. Wenn ich mich jedoch heute so auf YouTube, aber auch bei Orgelkonzerten umschaue, findet sich Messiaen nur noch ganz selten unter den Stücken. Nehme nur ich das so wahr, oder seht ihr das genauso? Woran mag es liegen, dass er nur noch selten gespielt wird - fragt sich Lupus
Ob jetzt französische Komponisten mehr oder weniger im Vergleich zu den 1970er und 1980er Jahren gespielt werden, kann ich nicht beurteilen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Werke von französischen Komponisten die französische Romantik im Orgelbau ab 1990er-Jahren salonfähig gemacht haben: so sind viele Orgelneubauten zumindest mit einem Werk nach französischer Romantik ausgestattet.
Ich glaube, es ist einfach schwierig, die große Tonsetzerkunst eines Messiaen einem breiteren Publikum zugängig zu machen! Messiaens Musik ist derart durchkonstruiert, komplex und für den Laien nicht nachvollziehbar. Noch schlimmer....., wenn so mancher nur Messiaen hört, hört man schon ein Raunen und "Oh Gott....."! Für das Publikum klingt es zumeist einfach "falsch" und das ist natürlich völlig wertbefreit, wenn man sich näher mit Messiaen befassen will. Allein seine fast undurchschaubaren 7 „Modi mit begrenzten Transpositionsmöglichkeiten“, verbunden mit seinem vom tiefen Glauben geprägten einzigartigen Kompositionsstil, sein musikalischer Bezug zur Natur und zur Poesie machen ihn zum einem Ausnahme-Musiker! Selbst spiele ich immer wieder seine großartige "Apparition de l'Église éternelle" (Die Erscheinung der ewigen Kirche) sowie "le banquet céleste" (das himmlische Gastmahl), auch bei Konzerten! Beide Werke werden großteils positiv aufgefasst, man muss aber das Publikum quasi "vorbereiten", um die Thematik auch zu verstehen. Auf jeden Fall hast Du recht, dass Messiaen zur Zeit sehr selten gespielt wird, schade darum....!
Ende der 70ger, Anfang der 80ger Jahre besuchte ich regelmäßig Orgelvespern. Oft wurden dort, und auch in Ogelkonzerten, Werke von Olivier Messiaen gespielt. Wenn ich mich jedoch heute so auf YouTube, aber auch bei Orgelkonzerten umschaue, findet sich Messiaen nur noch ganz selten unter den Stücken. Nehme nur ich das so wahr, oder seht ihr das genauso? Woran mag es liegen, dass er nur noch selten gespielt wird - fragt sich Lupus
Ob jetzt französische Komponisten mehr oder weniger im Vergleich zu den 1970er und 1980er Jahren gespielt werden, kann ich nicht beurteilen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Werke von französischen Komponisten die französische Romantik im Orgelbau ab 1990er-Jahren salonfähig gemacht haben: so sind viele Orgelneubauten zumindest mit einem Werk nach französischer Romantik ausgestattet.
JJBB1
Das stimmt auf jeden Fall, was den Orgelbau betrifft! Wobei man zwischen den zahlreichen französischen Komponisten differenzieren muss. Widor, Vierne, Dubois, Gigout, Lefebure-Wely, Guilmant, Franck und auch Alain und Dupre u.v.a. gehen dem Publikum wesentlich besser ins Gehör als Messian. Ohne französische, symphonische Romantik geht gar nichts ! Drum auch nie ein Konzert ohne Franzosen....
Zitat von Martin S. im Beitrag #3Ich glaube, es ist einfach schwierig, die große Tonsetzerkunst eines Messiaen einem breiteren Publikum zugängig zu machen! ... Allein seine fast undurchschaubaren 7 „Modi mit begrenzten Transpositionsmöglichkeiten“...
undurchschaubar ???
Ich finde es gibt kaum etwas was einfacher und anschaulicher ist als dies
Zitat von Lupus im Beitrag #1Ende der 70ger, Anfang der 80ger Jahre besuchte ich regelmäßig Orgelvespern. Oft wurden dort, und auch in Ogelkonzerten, Werke von Olivier Messiaen gespielt.
Das stimmt, aber es waren in der Regel immer die gleichen Werke aus dem frühen Schaffen von Messiaen: "Le Banquet céleste", "L'Apparition de l'église éternelle" und Teile des Zyklus "La Nativité du Seigneur". Die Werke aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg sind ungleich schwieriger zu spielen und auch für den Hörer weniger ansprechend, die wurden schon damals nur von wenigen Spezialisten gespielt. Dass heute Messiaen sehr viel weniger oft erklingt, scheint mir zutreffend zu sein, aber das ist, glaube ich, der natürliche Lauf der Dinge: Nach ihrem Tod geraten die meisten Komponisten allmählich in Vergessenheit und werden, wenn die Zeit dafür reif ist und ihre Kompositionen tatsächlich den dann lebenden Hörern etwas sagen, irgendwann wieder "ausgegraben".
Zitat von Martin S. im Beitrag #3Ich glaube, es ist einfach schwierig, die große Tonsetzerkunst eines Messiaen einem breiteren Publikum zugängig zu machen! ... Allein seine fast undurchschaubaren 7 „Modi mit begrenzten Transpositionsmöglichkeiten“...
undurchschaubar ???
Ich finde es gibt kaum etwas was einfacher und anschaulicher ist als dies
Naja, begrenzen wir es einfach auf "veranschaulichbar", zumindest im bildlichen Sinne und die Grafik ist sehr gut! Ich würde mir aber nicht zutrauen, jeden Modus sofort herauszuhören, geschweige denn, in diesen Modi zu improvisieren.
Zitat von Martin S. im Beitrag #8Ich würde mir aber nicht zutrauen, jeden Modus sofort herauszuhören, geschweige denn, in diesen Modi zu improvisieren.