Es wird eine zweimanualige Pfeifenorgel, gebaut von Karl Lötzerich 1972, verkauft, bei welcher der Tremulant verstellt werden kann - und zwar separat für das Hauptwerk und das Rückpositiv. Die Skalen gehen jeweils von Null bis Hundert. So etwas habe ich bisher noch nie gesehen. Kennt ihr so etwas?
Ich vermute, die eigentlich intendierte Verwendung war eine andere, nämlich: a) Anpassung der Tremolo-Geschwindigkeit an den persönlichen Geschmack des Organisten b) Anpassung der Tremolo-Geschwindigkeit an die Geschwindigkeit des zu spielenden Stücks, so dass der Tremulant die längeren Noten gleichmäßig unterteilt. Eine Ausrichtung des gespielten Tempos an der Tremulanten-Geschwindigkeit forderte bereits Johann Christoph Kühnau 1786: "Bey diesem Zuge muß man so spielen, daß eine jede fortschreitende Harmonie so viel Bebungen bekömmt, als die andre." (siehe: https://www.walcker-stiftung.de/Download...Tremulanten.pdf auf Seite 6) Bei anpassbarer Geschwindigkeit des Tremulanten ist diese Forderung natürlich viel leichter zu erfüllen, es müssen dann keine Zugeständnisse im Tempo des Stücks gemacht werden, um diese Forderung zu erfüllen.