Seit heute sind auf der GdO Homepage die Details für die Orgelreise von 2. bis 8. August 2026 nach Paris abrufbar. War 2mal dabei und kann nur Positives zur Organisation und zum Programm sagen. Schaut's rein!
Hier findet man die näheren Infos dazu. Man muss sich die An- und Rückreise und die Übernachtungen selbst organisieren. Ich bin noch am Überlegen, zumindest wäre es eine gute Alterrnative zum mir sonst drohenden Badeurlaub am Meer.
Ich überlege ernsthaft, mich für die Paris-Orgelreise anzumelden, aber da drängt sich mir eine Frage auf: Wie ist das eigentlich mit den Meisterkursen ? Die Lehrer bzw. Vortragenden sind doch großteils Franzosen. Unterrichten die Herren auf Französisch oder Englisch oder gibt es auch eine Deutsch-Übersetzung ?
Mein Französisch ist aber nicht "mäßig", sondern so gut wie nicht vorhanden. Hat es denn unter diesen Umständen Sinn, an den Kursen (bzw. der Orgeltagung überhaupt) teilzunehmen ?
Hallo zusammen, meine Erfahrung aus solchen Kursen ist, dass Leute wie Roth, Dubois oder Latry etc. hervorragend Deutsch sprechen - um Klassen besser als ich Französisch... Viele Grüße Michael
Heute stand für uns einer der Höhepunkte der GdO-Orgeltagung auf dem Programm: Das Orgelkonzert von Olivier Latry in der Kathedrale Notre Dame de Paris !
Programm:
Messiaen: Apparition de l`Eglise eternelle Bach: Siciliano aus BWV 1031 Vierne: Carillon de Westminster Litaize: Scherzo Paulet: Elegie Alain: Litanies Duruflé: Prelude et fugue sur le nom d`Alain Latry: Improvisation
Als ich das Programm sah, fiel mir zunächst nur eine starke Anhäufung von Orgelstücken des 20. Jahrhunderts auf und wer mich kennt, weiß nur zu gut, dass ich modernen, dissonanten und atonalen Stücken eher skeptisch bis ablehnend gegenüber stehe. Ich hatte diese Stücke großteils schon irgendwann mal beim "Mödlinger Orgelsommer" gehört und damals als eher unangenehm empfunden. Aber heute war alles ganz anders, denn heute hat sich vom 1. Ton an plötzlich alles "richtig" und "stimmig" angefühlt, zusammengepasst und einen Sinn ergeben, ich hatte heute zum 1. Mal im Leben das Gefühl, diese Musik zu "verstehen" ! War das der Interpretation von Olivier Latry zu verdanken oder der gewaltigen Orgel oder dem einzigartigen Ambiente von Notre Dame ? Wahrscheinlich war es die Mischung aus allem zusammen. Diese Musik wurde für französisch-spätromantische Orgeln in großen Kathedralen geschrieben und entfaltet eben auf einer 34-registrigen, vom Charakter her eher neobarocken Walcker-Orgel von 1983 nicht ihre optimale Wirkung. Ich habe die o.g. Stücke heute im Gegensatz zu früher zum 1. Mal keine Sekunde als Lärm empfunden, ganz im Gegenteil, heute klang plötzlich alles faszinierend und inspirierend ! Am besten hat mir Maurice Duruflés "Prelude et fugue sur le nom d`Alain" gefallen, das Latry passenderweise nach Alains Litanies gespielt hat und ich bilde mir ein, darin sogar ein Zitat aus Alains Litanies erkannt zu haben. Dieses Stück wirkt auf mich für seine Entstehungszeit überraschend harmonisch und tonal.
Latry war in Höchstform und hat in jeder Hinsicht sein Bestes gegeben, die allgemeine Begeisterung war deutlich spürbar und die "standing ovations" wurden von Latry mit nicht weniger als 3 (!) Zugaben belohnt:
1. Bachs Sinfonia aus der Ratswahlkantate 2. Boellmanns Toccata aus der Suite gothique 3. Bachs Choral "Jesus bleibet meine Freude" aus der Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" BWV 147