Wie ihr bestimmt alle wisst, haben die gängigen Pedalklaviaturen entweder 27, 30 oder 32 Tasten. 30 Tasten (also C-f1) habe ich schon gelegentlich gebraucht (z.b. bei Bach: Präludium und Fuge A-Dur oder Widor: Toccata F-Dur ...), 32 Tasten (also C-g1) allerdings noch nie. Deshalb würde ich gern wissen, für welche Stücke man diese Pedalform definitiv braucht.
Kennt ihr Stücke, die ein 32-Tasten-Pedal erfordern ? Wenn ja, welche Stücke sind das ?
In der Literatur ist mir das noch nie begegnet, aber in meinen Pedalübungen von Floor Peeters kommt gelegentlich ein g1 vor. Laut meinen Orgellehrer sind 32 Tastenpedale in den Niederlanden wohl gängiger.
Ich habe mal chatG....gefragt, alle Antworten waren falsch. Spontan fällt mir kein Stück ein.... aber ich hab auch nicht alles gespielt und gesehen. ;-)
Es gibt auch wohl fast nichts, ich kenne nur "Paganini: Pedal Variations by Sir George Thalben-Ball ", dort auch nur kurz in einer Variation. Hatten wir hier schon mal
Ansonsten sagt die KI
Ehrliches Fazit (sehr klar)
Wenn man Thalben-Ball wegnimmt, bleibt praktisch nichts. Dein genanntes Werk ist: das Paradebeispiel in Lehrbüchern und Diskussionen fast immer das einzige konkret belegte.
Der „32er-Standard“ ist: kein repertoirediktierter Zwang, sondern ein moderner, internationaler Komfortstandard, oder zugespitzt formuliert:
32 Pedaltasten sind eine infrastrukturelle Entscheidung – keine musikhistorische Notwendigkeit.
In der Welt der Kirchenorgel ist ein Pedalumfang von 30 Tasten (C bis f') der Standard. Ein Pedal mit 32 Tasten (C bis g') findet man vor allem an großen, modernen Konzertorgeln oder im anglo-amerikanischen Orgelbau.
Stücke, die zwingend 32 Pedaltasten benötigen, sind meistens Werke des 20. und 21. Jahrhunderts, da Komponisten begannen, die technologischen Erweiterungen moderner Instrumente voll auszuschöpfen.
Hier sind einige prominente Beispiele und Komponisten:
1. Olivier Messiaen Messiaen ist der wohl bekannteste Komponist, der das hohe g' im Pedal regelmäßig forderte. Viele seiner großen Zyklen setzen eine moderne Orgel voraus.
Méditations sur le Mystère de la Sainte Trinité: In mehreren Sätzen wird das hohe fis' oder g' verlangt.
Livre du Saint Sacrement: Auch hier finden sich Stellen, die über den Standardumfang von 30 Tasten hinausgehen.
2. Jean Guillou Als einer der virtuosesten Organisten und Innovatoren des Orgelbaus schrieb Guillou Werke, die oft das volle Potenzial einer 32-Tasten-Klaviatur ausschöpfen.
Saga No. 1 bis 6: Diese Stücke sind technisch extrem anspruchsvoll und nutzen oft den gesamten Umfang des Pedals.
Hyperion or the Rhetoric of Fire: Ein Werk, das für moderne Konzertorgeln konzipiert wurde.
3. Naji Hakim Der Nachfolger von Messiaen an der Trinité in Paris schreibt ebenfalls oft für das erweiterte Pedal.
Hommage à Igor Stravinsky: Hier finden sich oft hochliegende Pedalpassagen, die das g' erreichen oder überschreiten.
4. Petr Eben Der tschechische Komponist nutzt in seinen großen Orgelzyklen (wie Faust oder Hiob) zwar oft den Standardumfang, aber in neueren Editionen oder spezifischen Konzertstücken finden sich gelegentlich Grenzgänge zum hohen g'.
5. Transkriptionen Viele moderne Transkriptionen von Orchesterwerken (z.B. von Max Reger, Edwin Lemare oder Cameron Carpenter) legen Orchesterstimmen so auf das Pedal, dass der Umfang von 30 Tasten nicht ausreicht.
Das kommt in der Tat sehr selten vor....., in meinem Fall ist es Dupres "Cortège et Litanie", wo das G im Pedal, u.a. auch im Manual das Gis und A, unteroktaviert werden muss. Tut der Schönheit dieses Werks jedoch nicht wirklich weh -:)