Ich bin pädagogisch tätig und möchte Beruf und Hobby kombinieren, indem ich für Kinder Orgelführungen mache.
Ich hab dafür auch schon eine sehr passende Orgel. Was wir dort allerdings nicht machen können, ist in die Orgel reinschauen, also ganz zu den Pfeifen gehen. Deshalb möchte ich mir einzelne Orgelpfeifen anschaffen als Anschauungsexemplare. Ich werde wohl auch Orgelbauer anfragen, weil ich gerne eine Holzpfeife hätte, die neu ist, sodass man auch reinblasen kann. Eine Blockflöte dafür nehmen wäre meine Notlösung.
Ich hätte gerne auch eine oder mehrere Metallpfeifen, mit und ohne Bart, mit Stimmrolle und ähnlichem. Die wären dann "nur" Beispiele für anderes Material, andere Bauweise und so. Eine Zungenpfeife wär super.
Ich werde, wie gesagt, bei Orgelbauern anfragen, aber ich dachte, ich stell das auch hier rein, wer weiß, vielleicht hat eine Gemeinde alte, ausrangierte Pfeifen, die zu Demontrationszwecken zumindest optisch noch brauchbar wären.
ich habe schon mehrmals Orgelführungen für die Kita unserer Gemeinde gemacht, also für 5- bis 6-jährige Kinder. Ich habe mir dazu ebenfalls ein paar alte Orgelpfeifen besorgt. In diese lasse ich die Kinder aber nicht direkt blasen oder nur mit hygienischem Zwischenstück, so dass kein Kontakt der Pfeife mit Lippen der Kinder möglich ist (Blei, altes Holz!). Wenn ich selber in eine Pfeife blase, nehme ich dazu Gummihandschuhe, mache das betont vorsichtig und schärfe den Kindern einen gewissen Respekt ein.
Achtung: Aufmerksamkeitsspanne ist bei Vorschulkindern nicht sooo groß! Aber so einfache Zusammenhänge wie "Große Pfeife - tiefer Ton, kleine Pfeife - hoher Ton", kann man leicht verständlich machen. Auch dass ein "Deckel" bewirkt, dass der Ton eine Oktave tiefer klingt. Ich zeige oft (wenngleich eher bei Jugendlichen oder Erwachsenen) verschiedene Arten der Tonerzeugung: Gartenschlauchtrompete (Trompetenmundstück, Stück Gartenschlauch, Trichter), labiale Pfeife (Blockflöte!), Prinzip Zunge anhand einer aufgeschraubten (Mund-)Harmonika (habe leider keine Zungenpfeife, unsere Orgel aber schon). Auch bei Jugendlichen wie bei Erwachsenen zeigt sich oft, dass sie gar keine Vorstellung davon haben, wie Töne einer Orgel erzeugt werden und wie eine Orgel funktioniert.
Was Kindern immer Spaß macht: Selber aktiv werden, also selber Orgel spielen. Dazu habe ich mir ein Stück gesucht, das ich zusammen mit den Kindern spielen kann. In meinem Fall ist das ein kleines Carillon: Ich nehme die Orgelbank weg, und markiere die 4 Pedaltasten, die die Grundtöne des Carillons darstellen, mit farbigen Klebezetteln und setze 4 Kinder als Spieler dieser Tasten ein. Dann spiele ich den Manualpart des Carillons und rufe dazu im richtigen Rhythmus "rot" - "grün" - "blau" - "gelb", worauf das jeweilige Kind seine Taste drückt. Nach kurzer Übungszeit klappt das immer ganz gut.
Und ja: Ich könnte schon ein paar Pfeifen abgeben.
"Meine" sind älter, ca. 13, einige haben auch Musikerfahrung. Ich werd auf jeden Fall spielen lassen! Ich hab schon einen Plan, was ich ihnen erzählen/erklären werde. Das Schöne ist, dass die Orgel rundum erreichbar ist, man sieht also auch den Balg.
Das mit der Mundharmonika ist eine super Idee!
Anblasen (lassen) würde ich ohnehin nur eine neue Pfeife. In dieser Sache möchte ich einen Orgelbauer kontaktieren, ich weiß schon wen, der macht auch andere Holzarbeiten. Ausrangierte Pfeifen würde ich aber als Ansichtsmaterial verwenden, um verschiedene Bauweisen zu zeigen, auf Details aufmerksam zu machen.
mit 13-jährigen ist das kein Problem. Selbst wenn sie nicht aktiv Musik machen, kann immer einer zumindest den Flohwalzer dudeln, und auch den Anfang von BWV 565 kann meistens einer in die Tasten hämmern. Meine aufmerksamsten und interessiertesten Gruppen waren afghanische Flüchtlingsjungen im Alter von 12-15 Jahren sowie jugendliche Taizé-Pilger von 15-25 Jahren. Die afghanischen Jungen waren ganz begeistert, weil ich ein afghanisches Lied gespielt habe, das einer notiert und mitgebracht hatte. Unter den Taizé-Jugendlichen waren welche, die Klavier oder Trompete spielten, da wurde die Gartenschlauchtrompete einmal so richtig professionell vorgeführt. Das machte viel Spaß, auch wenn das sprachlich nicht ganz einfach war: Ich habe so eine Mischung Deutsch - Englisch - Spanisch - Französisch gesprochen und in den Fremdsprachen ist mein pfeifen- und orgelbezogenes Vokabular, nun ja, ausbaufähig...