Hier eine Definition des Begriffs Hyper-Orgel aus dem Netz: "Der Begriff Hyper-Organ geht auf Randall Harlow zurück, der an der University of Northern Iowa als Associate Professor für Orgel und Musiktheorie lehrt. Neben der Hyper-Organ in Hamburg existieren weltweit nur sechs weitere Instrumente, die sich so bezeichnen können. Sie stehen in Amsterdam, Malmö, Ratingen, Düsseldorf, Dortmund und in Würzburg an der dortigen Hochschule für Musik. An diesen Spielstätten konnte man neben MIDI sogar bereits OSC als Schnittstelle installieren. OSC steht für Open Sound Control und ermöglicht es, sich per WLAN oder Internet mit dem Instrument zu verbinden. So können sich weitere Musiker, die irgendwo auf der Welt in einem Studio oder am heimischen Laptop sitzen, online einklinken und mitspielen. Über KI-Anwendungen wird auch nachgedacht. An der Musikhochschule in Würzburg wird gerade daran geforscht. Dort hat man kürzlich eine Professur für KI und Computergestützte Musikwissenschaft (Computational Musicology) eingerichtet." siehe: https://www.concerti.de/reportage/hyper-...von-st-nicolai/
Zitat von AS@Norden im Beitrag #23nicht der computer bzw das MIDI interface machen Würzburg zur Hyper Orgel sondern die proportional Magnete
Nein, das ist definitiv nicht so - nur die Hochschulorgeln in Würzburg und Trossingen haben Proportionalsteuerung von Einzeltonventilen, Trossingen gilt aber nicht als Hyper-Orgel, dafür gelten aber eine Menge anderer Orgeln als Hyper-Orgeln, die keine Proportionalsteuerung haben!
Leider stimmt auch das nicht - die Hochschulorgel in Würzburg hat Kegelladen, und damit elektrisch gesteuerte Einzeltonventile. Ein Teil der Laden ist proportional gesteuert, ein anderer Teil nichtproportional, d.h. es gibt nur "an" oder "aus". Siehe: https://www.walcker-stiftung.de/Download...e_Wuerzburg.pdf
Vielleicht kann ich ja nicht lesen oder verstehe einfach nix von mechanischen Kegelladen aber wie Emmerlein ganz richtig beschrieben hat: "Die Bewegung einer Taste wird durch einen Proportionalmagneten unter der zugehörigen Lade auf alle Kegelventile, die zu diesem Ton gehören, proportional übertragen. Ist also die Taste nur ein wenig niedergedrückt, so sind die Ventile auch nur ein wenig angehoben und lassen nur wenig Luft in die Pfeifen strömen; ist die Taste ganz niedergedrückt, sind auch die Ventile ganz geöffnet.
Ein Magnet für alle (zu der Taste gehörenden) Kegel...
Einzeltonsteuerung - vielleicht habe ich das ja bisher falsch verstanden - heißt aber, dass jeder Kegel / Ventil einen eigenen Magneten bekommt...
Dortmund Reinoldikirche: "Die neue Hauptorgel verfügt über vier Manuale, von denen drei mechanische Trakturen aufweisen. Darüber hinaus gibt es in Schwellwerk, Solo und Pedal diverse mit Einzeltonventilen ausgestattete Reihen, was die Verwendungsmöglichkeiten dieser Register bemerkenswert erhöht. "
Es gibt in der Würzburger Orgel im Positiv und im Echowerk Proportionalmagnete zur Bewegung der Kegel. Bei diesen wird in der Tat die Bewegung eines Proportionalmagneten auf alle Einzeltonventile, die zu einer Taste gehören, übertragen - schlicht aus Kostengründen, es wäre unbezahlbar, jedes Einzeltonventil mit einem eigenen Proportionalmagneten auszustatten.
Hauptwerk und Pedal haben jedoch Kegelladen mit Einzeltonventilen, welche durch nichtproportional agierende Elektromagnete betätigt werden. Diese sind wesentlich billiger, weshalb jedes Einzeltonventil mit einem eigenen Elektromagneten versehen wurde - dadurch können aus 8 Pfeifenreihen 17 Hauptwerksregister und 14 Pedalregister gewonnen werden (siehe den zitierten Artikel von Eberlein auf Seite 2!). Aber bei diesen Registern kann man dann nicht mit dem Tastenanschlag das Anspracheverhalten der Pfeifen beeinflussen.
Zitat von Bartpfeife im Beitrag #24 Nein, das ist definitiv nicht so - nur die Hochschulorgeln in Würzburg und Trossingen haben Proportionalsteuerung von Einzeltonventilen
stimmt das nun - oder ist falsch...?
"Aber bei diesen Registern kann man dann nicht mit dem Tastenanschlag das Anspracheverhalten der Pfeifen beeinflussen."
stimmt auch nicht - siehe Scriba Vortrag Hyperorgel Amsterdam
Sowohl in Trossingen als auch in Würzburg geht es um Kegelladen. Die haben immer Einzeltonventile, nur können diese mechanisch zusammengekoppelt sein oder auch nicht. Bei Proportionalmagneten ist es aus finanziellen Gründen ratsam, die Einzeltonventile einer Taste zusammenzukoppeln und gemeinsam zu bewegen. Bei normalen Elektromagneten werden die Einzeltonventile dagegen meistens einzeln angesteuert, was dann ermöglicht, aus einer Pfeifenreihe viele Register zu gewinnen.
Bei der Hyperorgel Amsterdam gibt es tatsächlich ein Verfahren, mit nichtproportionalen Magneten die Tastenbewegung annähernd zu replizieren. In Würzburg gibt es dieses Verfahren nicht, von daher kann man in Würzburg bei den betreffenden Registern mit nichtproportionalen Elektromagneten das Anspracheverhalten durch den Tastenanschlag nicht beeinflussen .