Vor 3 Tagen wurde eine neue Orgel im Marienchor des Kölner Domes eingeweiht, welche die 1963 erbaute Seifert-Orgel ersetzt:
Auf der Wikipedia-Orgelseite des Kölner Domes kann man die Dispositionen der alten und neuen Marienorgel vergleichen und - keine Frage - die neue kann eindeutig mehr und holt aus der bescheidenen Registeranzahl von 18 eine beachtliche Klangvielfalt heraus.
Bemerkenswertes Detail: Der im Vergleich zur Registeranzahl geradezu monumentale, 4-manualige Spieltisch dieser Orgel ist gleichzeitig ein Generalspieltisch, von dem auch die beiden großen Kölner Domorgeln angespielt werden können !
Den optischen Vergleich gewinnt allerdings meiner Meinung nach eindeutig die einstige Seifert-Orgel im zierlichen Barockgehäuse, denn der plumpe, silbergraue Käfig, der die neue Marienorgel beherbergt, ist in meinen Augen ein Paradebeispiel für mangelnde Ästhetik und "um jeden Preis modern und innovativ sein wollen". Hauptsache, man stellt irgendwas hin, was es sonst noch nirgendwo gibt und sei es noch so unansehnlich. Ganz ehrlich, ich finde, dagegen ist die ungefähr genauso neue Grenzing-Orgel des Prager St. Veits-Domes eine himmlisch strahlende Schönheit und ich muss mich für meinen gestrigen, eher wenig begeisterten Kommentar im Thread zur neuen Prager Domorgel wirklich entschuldigen !
Aber man soll natürlich auch eine Orgel nie allein nach ihrem Äußeren beurteilen: Bei YT findet man gleich 6 Videos zu dieser Orgel, von der 4-minütigen Vorschau bis zur > 1-stündigen Podiumsdiskussion mit dem Orgelbauer und dem Domorganisten und selbstverständlich findet man dabei auch die ebenfalls knapp > 1-stündige Aufzeichnung der Orgelweihe vom 14.06.2026.
Nein, ich habe noch nicht alle 6 Videos durchgeschaut und würde vermutlich den ganzen Abend dafür brauchen, aber eines kann ich jetzt schon sagen: Diese Orgel klingt (für meinen Geschmack) unvergleichlich besser als sie aussieht !
Gut, dass ich zwei Daumen habe. Bei der neuen Marienorgel zeigt einer nach oben für den Klang, einer fällt auf den Boden wegen der Optik. Der Prospekt erinnert mich an eine Mischung aus Wärmepumpe und Umspannwerks-Transformator.
Der Spieltisch weckt in mir Erinnerungen an die typischen dunklen Wohnwände im Stil der späten 80er und frühen 90er.
Die Hubfunktion hingegen ist klasse.
Gesamtnote: 3, weil der Klang wirklich spitze ist :)
Zitat von Gedackt und zugenäht im Beitrag #5Gut, dass ich zwei Daumen habe. Bei der neuen Marienorgel zeigt einer nach oben für den Klang, einer fällt auf den Boden wegen der Optik. Der Prospekt erinnert mich an eine Mischung aus Wärmepumpe und Umspannwerks-Transformator.
Der Spieltisch weckt in mir Erinnerungen an die typischen dunklen Wohnwände im Stil der späten 80er und frühen 90er.
Die Hubfunktion hingegen ist klasse.
Gesamtnote: 3, weil der Klang wirklich spitze ist :)
Der Spieltisch erinnert mich an den hypermodernen Spieltisch der Orgel der Wallfahrtskirche Maria Taferl in NÖ. Bei letzterer Orgel werden die Register und Klangeinstellungen mittels Touch-Screen getätigt. Das gefällt mir persönlich überhaupt nicht bzw. ist ein direkter Widerspruch zu einer Orgel mit einem historischen Barockgehäuse.