hier kam doch kürzlich die Frage auf, ob es möglich wäre aus einer Aufnahme, also nicht jede Pfeife einzeln, einer Orgel, ein Sampleset zu erstellen...
Zitat von AS@Norden im Beitrag #1https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/kuenstliche-intelligenz-klassische-musik-veraenderung-branche-pop-100.html
hier kam doch kürzlich die Frage auf, ob es möglich wäre aus einer Aufnahme, also nicht jede Pfeife einzeln, einer Orgel, ein Sampleset zu erstellen...
Dann nimm doch gleich OrganTEQ oder andere die anhand mathematischer Modelle die Töne erzeugen. Dann hättest du nämlich bei KI genau die gleichen Diskussionen wie "Das hört sich nicht wie original an", "Das ist künstlich", "....".
Meine persönliche Meinung: Wenn man KI nutzt, dann kann man es auch gleich sein lassen. Die eigene Leistung reduziert sich dann auf Knötchen drücken. Ich gebe einen Prompt ein und das war es, da steckt so viel eigene Leistung dahinter wie wenn ich den Lichtschalter drücke. Da würde auch zum Ergebnis niemand sagen "Hey, schau ich habe Licht gemacht." weil es einfach keine Leistung ist.
Und was KI und Kreativität betrifft: Ist eine illusion, Sprachmodelle können nichts kreatives erschaffen, die können nur aus ihrem Material etwas zusammenwürfeln. Nicht selten sind die Ergebnisse auch dreist kopiert. Würde mich nicht wundern, wenn man die vollendete Beethoven Abschnitte in exakt dieser Form verteilt aus diversen Werke auch so zusammensetzen kann.
Gerade im Kontext Liturgie und Verkündigung lehne ich so einen Murks absolut ab. Das betrifft auch Musik in dem Kontext. Das widerspricht dem eigenen Auftrag. Und wenn ich irgendwo eine Einladung zum musikalischen Gottesdienst hängen sehe, mit einem Bild wo die Gemeinde sich auf Bänken Gegenübetsitzt und ganz offensichtlich generiert ist, dann frage ich mich, ob die Verschaltung genau so lieblos sein wird wie die Einladung...
"Gerade im Kontext Liturgie und Verkündigung lehne ich so einen Murks absolut ab."
solche Pauschalurteile finde ich weder hilfreich noch in irgendeiner Weise nützlich...
"Die eigene Leistung reduziert sich dann auf Knötchen drücken."
interessant - war es nicht der gute JS selbst, der sinngemäß gesagt hat, dass Orgelspielen "nur" Knöpfchen bzw Tastendrücken wäre...
Aber darum ging es mir ja überhaupt nicht - denn selbstverständlich nutze ich auch KI - das ist ja ein weites Feld. Um aus einer Audio Aufnahme die Gesangsstimmen herauszufiltern bedarf es KI - egal wie gut oder schlecht das Ergebnis ist - ich kann für meine Chöre daraus ÜbeAudios erstellen und selbstverständlich bin ich nicht der Meinung, dass das ein besonders kreativer Akt wäre Aber gerade im musikalischen Bereich gibt es eben auch viel Handwerk und somit auch Kunsthandwerk und dann wird es auch schon schwieriger mit der Abgrenzung zur Kunst... und wenn ich, so wie heute, ein großes Seelenamt für einen verstorbenen Franziskaner Bruder gespielt habe, dann bin sehr froh, wenn ich in den Ohren der Gemeinde nicht nur Murks gemacht habe - käme aber wahrscheinlich nie in dem Bewusstsein von der Empore herunter gerade ganz große Kunst geschaffen zu haben... (und meine Perlen vor die...)
Warhol hat ja auch "nur" eine Fotografie bunt angemalt (allerdings ohne Knöpfe oder Knoten) ist das denn schon Kunst oder noch sehr schlichtes Handwerk?
Zitat von AS@Norden im Beitrag #3Um aus einer Audio Aufnahme die Gesangsstimmen herauszufiltern bedarf es KI - egal wie gut oder schlecht das Ergebnis ist - ich kann für meine Chöre daraus ÜbeAudios erstellen
Aber genau da liegt ja der Fallstrick den viele nicht auf dem Schirm haben. Eine Stimme zu isolieren geht quasi mit einem simplen Programm wie Audacity recht Problemlos. Der Vorteil ist dort eben, dass ich genau weiß was ich getan habe. Das selbe Audio mit der Aufgabe in einer KI ist eine Blackbox. Ich weiß nicht was die KI damit macht. Verändert sie die Stimme auch, z.B in Tonhöhe und co, weil die KI "denkt" sie soll es gleich optimieren? Zusätzlich kann man davon ausgehen das diese Eingabe dann auch in den Trainingsdaten landen...
Meine Erfahrung ist eben im Bezug auf KI, dass es sorgsam genutzt mehr Arbeit macht als wenn man sie nicht nutzt... Gerade solche Dinge wie historische Informationen sind häufig falsch. Bach lebte dann mal 100 Jahre früher oder später, mal komponierte ein Lied Bach, dann Dupre oder auch Reger... Bibelzitate weichen von dem tatsächlichen Text ab, wenn etwas als Petrusbrief angeben wird und tatsächlich aus der Offenbarung stammt ist das ziemlich doof wenn man es nicht merkt.
Im Grunde musst du alles was die KI auswirft detailliert prüfen, ob es tatsächlich korrekt ist, da kann man es auch gleich komplett selbst recherchieren. Übrigens selbst wenn ich den dümmsten liturgischen Text an die KI gebe, dann lobt sie meine kreativen Ansätze. Die KI ist also dieser toxische Freund den im wahren Leben jeder meidet...