Zitat von Romanus im Beitrag #191Schön gespielt, gefällt mir ! Eigene Komposition oder Impro ?
Herzlichen Dank. Ich nehme mal an, dass sich Dein Lob auf diese Aufnahme bezieht:
(Die am 8.11.24 gepostete Aufnahme ist tatsächlich eine ausgearbeitete Impro zu „Wachet auf“.)
Nein, hier erklingt ein neobarockes Praeludium von Paul Horn, das er „in Anlehnung an Simons Schreibweise“ komponiert hat. Gemeint ist der bekannte Johann Caspar Simon (1701 - 1776). Horns Praeludium besitzt einen recht ausgedehnten und vitalen Mittelteil, in dem fugiert wird. Hier übertrifft er Simon definitiv.
Horn hat übrigens auch die bekannte Sammlung „14 leichte Praeludien und Fugen“ dieses Nördlinger Barockmeisters zum Teil leicht bis erheblich umgearbeitet und sozusagen veredelt, weil er die Satztechnik Simons für suboptimal hielt. Horns Sätze können jedoch mitunter etwas tricky sein. Im Nachhinein wundere ich mich über mein recht flottes Tempo.
Wahrscheinlich hatte mich die 32' Contra Bombarde etwas enthusiasmiert.
Als ich als orgelbegeisterter Klavierschüler ca. 1981 den 1. Band der Sweelinck-Orgelwerke (Peters-Edition) bekam, habe ich mich natürlich sofort auf die beiden ziemlich leicht spielbaren Toccaten (a äolisch und C ionisch) gestürzt. Vor knapp 4 Wochen habe ich sie neu eingespielt mit dem edlen Freiberg-Sampleset von Sonus Paradisi, hier ist mal die kürzere Toccata in C:
Meine Registrierung:
Oberwerk: Gedackts 8′ Octava 4′ Qvinta 1 1⁄2′
(Das ist übrigens NICHT diese Aufnahme, die ich vor knapp 2 Monaten auf Contrebombarde gepostet habe, ich habe das Stück am 15.11. neu und - wie ich hoffe - besser eingespielt.)
Die äolische Toccata in a hat mir immer schon noch besser gefallen als die ionische in C, auch diesmal habe ich nicht meine frühere Aufnahme vom 24.10. zu einem Video verarbeitet, sondern das Stück am 15.11. neu eingespielt, wieder mit dem Freiberg-Sampleset, aber mit ganz leicht veränderter Registrierung:
Meine Registrierung:
Hauptwerk: Octav Principal 8′ Octava 4′ Qvinta 3′ Octava 2′ Cymbel III Koppel OW/HW
Oberwerk: Principal 8′ Octava 4′ Octava 2′ Qvinta 1 1⁄2′ Mixtur III
Ich denke, kleine Walcker-(Serien)-Orgeln mit nur 1 Subbass-Register im Pedal haben manchmal anstatt einer Registerschleife für das 1 Pedalregister bloß eine Art Luftventil, mit der das Pedalregister hinzu- oder weggeschaltet wird. Daher auch die Bezeichnung "Bass-Ventil".
Das Bassventil ist kein Register im üblichen Sinne, sondern ein spezielles Funktionsventil, das sich in einigen historischen Orgeln, einschließlich der Silbermann-Orgeln, finden lässt. Es erfüllt eine mechanische Aufgabe und hat Einfluss auf die Luftzufuhr für die Pfeifen. Hier eine Erklärung, wie es bei der Silbermann-Orgel von 1735 im Dom St. Marien in Freiberg verwendet wird:
Funktion des Bassventils - Das Bassventil dient dazu, den Windstrom (Luftzufuhr) zu den Pfeifen der tiefen Töne (Bassregister) eines Manuals oder Pedals gezielt zu regulieren. - Es erlaubt, den Bassbereich von der Luftzufuhr zu trennen oder ihn gezielt ein- und auszuschalten.
Einsatz und Nutzen - Dynamische Kontrolle: Organisten können damit gezielt die Lautstärke und Klangbalance zwischen Bass- und Diskantregistern beeinflussen. Dies war besonders in der barocken Orgelmusik wichtig, um unterschiedliche Klangschichten hervorzuheben. - Ökonomisierung des Windverbrauchs: Indem die Luftzufuhr zu den großen und oft windintensiven Basspfeifen abgeschaltet wird, kann der Luftdruck (Winddruck) im Rest der Orgel stabil gehalten werden, was bei alten Blasbalganlagen hilfreich war. - Klangliche Gestaltung: Es ermöglicht besondere klangliche Effekte, indem Bass- oder Diskantregister unabhängig voneinander ein- und ausgeschaltet werden können, ohne dass die Register mechanisch umgelegt werden müssen.
Bedienung Das Bassventil wird typischerweise durch einen zusätzlichen Hebel oder Tritt bedient. Es gehört also zur Steuerung der Windlade, nicht zu den klanglichen Registern, die man über die Registerzüge auswählt.
In der Silbermann-Orgel in Freiberg ist das Bassventil ein Zeugnis der durchdachten technischen Innovationen von Gottfried Silbermann, die darauf abzielten, eine größtmögliche musikalische Flexibilität bei der Interpretation barocker Musik zu gewährleisten.
Schöne Ausführungen, da steckt auch viel Wahrheit drin, der KI-Roboter verwechselt bzw. vermischt hier nur die Daten zweier verschiedener Orgeln: Die große Silbermann-Orgel des Freiberger Doms St. Marien wurde 1714 fertiggestellt. Die spätere, 1735 fertiggestellte Silbermann-Orgel, die von Sonus Paradisi als Sampleset angeboten wird, befindet sich in der Stadtkirche St. Petri in Freiberg.
So viel Zeit muss sein. Hier die Vorab-Hörprobe einer neuen musikalischen Idee mit dem ebenfalls neuen Set Goch/Seifert von Sweelinq. Der Rest ergibt sich aus dem YT-Text.
Das Set halte ich für empfehlenswert. Für Begeisterte hypertropher Akustik ein Schmankerl. Front/Rear bei 40!
Meine Version des Weihnachts-Klassikers, wie ich sie in der Kirche zu spielen pflege und diesmal auch im Vorprogramm der Mitternachtsmette gespielt habe: