Da hast du natürlich völlig Recht ! Okay, bei einem gekoppelten Plenum dieser Orgel nehme ich ihn fast immer dazu, wenn ich das Pedal betont gravitätisch haben will, deshalb habe ich ihn jetzt nicht extra angeführt, aber vielleicht hätte ich das doch tun sollen.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Ordnung habe ich mir erlaubt, dem interessanten Thema "Bearbeitung von MIDI-Dateien" einen eigenen Thread zu widmen, hier geht´s zum neuen Thread: Bearbeitung von MIDI-Dateien
Zur Zeit bevorzuge ich für meine Aufnahmen vor allem Manualiter-Stücke, damit ich mich beim Einspielen nicht ständig über die defekte Pedaltaste ärgern muss und da habe ich in meiner Notensammlung was richtig Feines ausgegraben:
Ein kaum bekanntes Werk des tschechischen Komponisten und Mozart-Freundes Jan Krtitel Kuchar. Den Komponisten habe ich bereits hier vorgestellt und hier meine Hauptwerk-Aufnahme der g-Moll-Fantasie, die zu seinem bekanntesten Werk avancierte, wenngleich der Komponist sie selbst nicht so konzipiert hatte (wie bereits hier detailliert erklärt).
Die kleinere e-Moll-Fantasie, die übrigens im Gegensatz zur großen, bekannten g-Moll-Fantasie ein Originalwerk Kuchars ist, wird (meiner Meinung nach zu Unrecht) kaum gespielt und ich wette, die meisten von euch haben dieses Stück noch nie gehört, was ich hiermit zu ändern versuche, denn ich finde das Stück, das man stilistisch dem "empfindsamen Rokoko" oder der "böhmischen Klassik" zuordnen kann, absolut hörenswert, der Kompositionsstil erinnert mich stark an den späten, "tragischen" Mozart. Außerdem ist es wie geschaffen für die spätbarocke Heilig-Geist-Orgel der Stiftsbasilika Ottobeuren (Sampleset von Organ Art Media), ich finde, es kommt am besten im Kontrast des wunderbar klaren und fülligen Hauptwerks-Plenums mit den "empfindsamen" Flöten des Positivs zur Geltung, aber hört selbst:
Ein Choral, eine Hymne, die für mich an keinem Christkönigsfest fehlen darf, ist das von Josef Kreitmeier (1874-1946) komponierte Christkönigs-Lied "O du mein Heiland, hoch und hehr", das auch heute noch in vielen Pfarren zum Christkönigsfest gesungen wird, wenn auch leider nicht in meiner, aber wenn es diese Christkönigs-Hymne schon nicht bis ins GL und nicht mal bis in den Wiener Diözesananhang geschafft hat, dann muss ich sie wenigstens als Postludium spielen, so auch gestern und heute. Mein Postludium vom Vorjahr war zugegeben mehr improvisiert und nicht auf professionelle Art, deshalb habe ich diesmal immerhin ein einfaches Postludium im romantischen Stil zu diesem Hochfest komponiert mit einer bescheidenen Manualiter-Fughette, die ich bis zum nächsten Christkönigsfest noch zu einer anständigen Fuge ausbauen möchte. Hier ist erstmal die Version, die ich gestern und heute in der Kirche gespielt habe, passenderweise aufgenommen mit dem Klang der prächtigen, deutsch-romantischen Ladegast-Orgel (1871) des Doms von Schwerin (Sampleset von Sonus Paradisi):
Wer stattdessen eine Version dieses Chorals zum Mitsingen sucht, wird hier fündig.
Mehr Klangbeispiele dieser prächtigen, virtuellen Orgel findet ihr in meiner Schwerin-Playlist, wobei zu bemerken ist, dass diese bisher alle nur mit der kostenlosen Demo-Version des Samplesets erstellt wurden, aber die Vollversion ist für mich auch nur eine Frage der Zeit (und des günstigsten Rabattes ).
Eines meiner Lieblingsstücke von G. F. Händel, neu aufgenommen mit dem Klang der Heilig-Geist-Orgel (1766) der Stiftsbasilika Ottobeuren (Sampleset von Organ Art Media):
Mehr Klangbeispiele dieser faszinierenden, virtuellen Orgel findet ihr in meiner Ottobeuren-Playlist.
Ich habe zwar bereits früher schon 2 Aufnahmen dieses Stückes veröffentlicht, an der selbst-intonierten Gloria Concerto 234 und mit dem Friesach-Sampleset, aber diesmal habe ich etwas anders gemacht: In C. H. Trevors Transkription, die sich in diesem Notenbuch findet und die ich für die beiden letztgenannten Aufnahmen verwendet habe, werden die Wiederholungen jeweils nur manualiter und ohne Solo-Registrierung gespielt, diesmal habe ich aber jeweils den Teil mit Soloregistrierung und Pedal wörtlich wiederholt, aber mit anderer Registrierung, so gesehen ist es also nicht nur einfach ein "Remake", sondern wirklich eine andere Version.
Die Vox humana klingt aber auf manchen (nicht auf allen) Tönen ziemlich verstimmt. Oder kann es sein, dass der Tremulant nicht auf alle Töne dieses Registers gleich stark wirkt?
Zitat von Engelszorn 8´ im Beitrag #376Die Vox humana klingt aber auf manchen (nicht auf allen) Tönen ziemlich verstimmt.
Drum prüfet, wer sich ewig an (verstimmte) Pfeifen bindet...
Das empfinde ich als den größten Nachteil von Samplesets - man ist auf das Wohlwollen des Herstellers angewiesen, dass er solche Dinge korrigiert. Ich hatte einen Fall bei einem neu veröffentlichten Sampleset von Sonus paradisi. Erst war Jiri nicht begeistert und unwillig, aber dann hat er das doch noch korrigiert.
Die Wahrscheinlichkeit der Mängelbeseitigung ist am höchsten, wenn der Verkauf gerade anläuft und ein Mangel öffentlich gepostet wird. Leider! Das mögen die Hersteller nämlich gar nicht. Schickt man das aber per PN, dann passiert i.d.R. NICHTS, weil es nur EINEN unzufriedenen Kunden gibt, für den sich der Aufwand "nicht lohnt".
In meinem Fall ist nicht das Register verstimmt, denn wenn man es ohne Tremolo spielt, klingt es ganz normal. Allerdings zaubert gerade der Tremulant diese Lebendigkeit und das "Singende" in die Vox humana hinein, deshalb wollte ich bei diesem Stück nicht darauf verzichten. Er wirkt tatsächlich nicht auf alle Töne gleich stark, ich bin mir sicher, dass dies auch beim Originalinstrument so ist. Natürlich hätte man das irgendwie "glattbügeln" können, aber dann wäre es nicht mehr ganz so authentisch.
Btw: es gibt auf der ganzen Welt keine (echte) Pfeifenorgel, wo bei einer Vox Humana alle Töne absolut gleich tremulieren. Es ist physikalisch unmöglich... 😁 Daher ist mit Sicherheit die Ungleichheit am authentischsten.