Zitat von Spiritus boni im Beitrag #11Ich glaube, Romanus empfindet das Auslassen bestimmter Teile nicht als bewusste Stille, sondern aus Sicht der Kirchenbesucher fehlt da was, "na, hat der Organist verschlafen oder nix vorbereitet?!", und natürlich kommt man sich dann etwas blöd vor. (Hab ich recht, siehst du es so?)
Ich glaub aber, da müssen wir einfach drüberstehen, schließlich gibts auch kein Gloria.
Dazu ein kleines Schmankerl, was mir vor Jahren als Vertretung in einer kath. Kirche passiert ist. Die Messe wurde von einem älteren Pfarrer zelebriert, der auch schon vor dem Gottesdienst ziemlich "knotterich" war (Für Nicht-Rheinländer: mürrisch, missgelaunt). Der Kyrieruf wurde gesungen, danach Stille. Der Pfarrer schaut zur Orgel und sagt laut ins Mikro im rheinischem Singsang: "Herr Orjanist, wollen se kein Gloria spielen?" Ich habe dann übers Vorsängermikro geantwortet: "Es ist Fastenzeit, da entfällt das Gloria!" Aufkommendes Lachen in der Gemeinde. Der Pfarrer schüttelt darauf den Kopf und sagt: "Ihr Kollege in X-Dorf hat abber heut morjen ein Glorialied jesungen. Dat war schön so!". Darauf konnte ich mir die Antwort nicht verkneifen: "Der Kollege in X-Dorf hat eben keine Ahnung von Liturgie." worauf die Gemeinde jetzt lauthals loslachte. Als ich nach dem Gottesdienst in die Sakristei kam, war der Pfarrer schon weg. Dafür standen die Küsterin und einige Mitglieder des Kirchenvorstandes bereit, um das Gespräch mit mir zu suchen. Ich dachte zuerst, um Gottes willen, ist das denen jetzt so gegen den Strich gegangen? Aber nein: Man klopfte mir auf die Schulter, bedankte sich und meinte freudig: "Sie sind der erste, der diesem Ekel mal Paroli geboten hat. Sie glauben gar nicht, was der uns mit seinen Marotten und Launen hier schon Nerven gekostet hat."