Nein, es geht ja nicht darum, dass es große Instrumente gibt und die auch ihre Berechtigung haben. In entsprechenden Räumen und für die dort benötigten Ansprüche. Aber in einer Dorfkirche oder Kapelle deswegen eine 60 Register DO aufzubauen ist Unsinn. Da muss man keine Französische Orgelsymphonie spielen. Ich finde es befremdlich in einer Kapelle einen großen Cavaille-Coll Spieltisch zu sehen und den Klang von was was weiß ich einer Kathedralorgel zu hören und der Spieler quält sich mit den 8 kleinen ab. Klar, DO, ist billiger, aber nicht immer sinnvoll in dieser Kategorie. Und selbst Bachs großes Es-Dur geht auf 15 Registern. Prof. Thorsten Laux spielt das Praeludium sogar nur auf einer Soloflöte in Bonn. Und es klingt. Natürlich, wenn man, wie offensichtlich bei Dir der Fall ist, keine Lust hat, sich mit kleinen Instrumente zu beschäftigen, ist das für MICH schon ein Beispiel, dass die Qualität des eigenen Orgelspiels es nicht zulässt. Ein gute Kollege hat für seine Kirche jetzt ein Französische Druckwindharmonium angeschafft mit 4 Spiele, geteilte Manual und hat darauf mit zusätzlich Klavier das Prelude, Fugue et Variation op. 18 von Franck gespielt, ist viel schöner als auf Orgel, weil es Möglichkeiten zur dynamischen Abstufung gibt mit gleicher Registerierung. Da kommt kein Schwellwerk mit. Übrigens ist das die Urfassung des Stückes.
Zitat von JJBB1 im Beitrag #53Die bisherige Diskussion könnte man schon fast auf den Punkt bringen: Lieber eine große DO oder doch eine "echte" PO in einer (kleinen) Kapelle?
Nein, das ist ein Missverständnis: Das Diskussionsthema war und ist, wie man eine Pfeifenorgel mit 15 Registern sinnvoll disponieren würde. Alles andere gehört eigentlich nicht in diesen Faden, der von jenoe für eine ganz andere Diskussion gekapert wurde. Es wäre schön, wenn man diese beiden Diskussionen separieren könnte!
Es ist jetzt etwas schwierig, diesen Thread auseinanderzureißen, weil die Beiträge teilweise mit dem ursprünglichen Thema zusammenhängen, aber teilweise auch völlig vom Thema abschweifen und doch auf frühere, thematisch passende Beiträge Bezug nehmen. Außerdem bin ich gerade bei der Arbeit. Ich werde in ein paar Stunden, wenn ich wieder zuhause bin, sehen, was ich tun kann.
Also meinetwegen kann der Faden so bleiben, wie er ist. Wir könnten uns darauf einigen, ab jetzt nur noch zum gegebenen Thema zu posten. Wer das andere weiterverfolgen will, soll einen eigenen Thread eröffnen.
OK 17 Register, die eingeklammerten würde ich als erstes weglassen. Basson-Hautbois evtl ins SW Salizional und Gemshorn sind bei guter Intonation wie ein leiserer Prinzipal zu benutzen. II evtl. mit ausgebauter Superkoppel (ist mechanisch nicht ganz einfach zu bauen)
ich habe dies Fragestellung mal der KI zur Bearbeitung gegeben und erhielt folgendes Ergebnis: Disponiere eine Kirchenorgel, die 15 Register, zwei Manuale und ein Pedal haben soll, auf der möglichst unterschiedliche Literatur gespielt werden kann.
Eine Kirchenorgel mit 15 Registern ist ein klassisches „Allround-Instrument“. Um auf dieser Größe eine maximale Bandbreite von Barock (Bach) über Romantik (Mendelssohn/Franck) bis hin zur Moderne abzudecken, müssen wir auf Farbigkeit und Kombinationsfähigkeit setzen.
Hier ist ein Dispositionsentwurf, der auf dem Prinzip des Universal-Orgelsystems basiert:
I. Manual: Hauptwerk (C–g''') Das Fundament des Instruments, kräftig und klar.
Register Fußton Charakteristik Prinzipal 8' Der tragende, silberne Orgelklang. Rohrflöte 8' Ein fülliger, etwas dickerer Flötenklang als Kontrast. Oktave 4' Gibt dem Plenum Strahlkraft. Spitzflöte 4' Ein heller, flötiger Farbtupfer. Superoktave 2' Für die nötige Brillanz in Bach-Präludien. Mixtur IV 1 1/3' Der krönende Abschluss des Plenums. Trompete 8' Kraftvolle Zunge für festliche Musik und Soli. II. Manual: Schwellwerk (C–g''' im Schwellkasten) Für Dynamik und Klangfarben (besonders wichtig für die Romantik).
Register Fußton Charakteristik Gedeckt 8' Die sanfte Basis, sehr vielseitig einsetzbar. Salicional 8' Ein streichendes Register (Hauch von Romantik). Blockflöte 4' Ein runder, solistischer Flötenklang. Nasard 2 2/3' Erlaubt in Kombi mit 8' und 2' den typischen „Sesquialtera“-Klang für Barock-Soli. Waldflöte 2' Hell und flink. Oboe 8' Eine weiche Zunge für französisch-romantische Melodien. Pedal (C–f') Das rhythmische und harmonische Fundament.
Register Fußton Charakteristik Subbass 16' Das unentbehrliche Fundament (gravitätisch). Oktavbass 8' Gibt dem Pedal Definition und Zeichnung (Transmission aus HW möglich). Warum diese Auswahl? Barock: Mit dem Prinzipalplenum im I. Manual und dem Nasard im II. Manual lassen sich Trio-Sonaten und große Bach-Werke hervorragend registrieren.
Romantik: Durch den Schwellkasten im II. Manual und das Salicional (Streicher) sowie die Oboe können Crescendo-Effekte und die typische melancholische Farbigkeit dieser Epoche erzeugt werden.
Vielseitigkeit: Die Trompete 8' im Hauptwerk kann als festlicher Glanzpunkt oder (gekoppelt) als kräftiges Bassregister dienen.
Technische Spielhilfen:
Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P.
Tremulant (vorzugsweise auf das Schwellwerk wirkend).
Trifft die Mainstream-Disposition einer Orgel dieser Größe ziemlich gut (das war ja auch zu erwarten). Witzig aber die kleinen Fehler: z.B.
Zitat von Lupus im Beitrag #59Nasard 2 2/3' Erlaubt in Kombi mit 8' und 2' den typischen „Sesquialtera“-Klang für Barock-Soli.
Die typische Kombination der Sesquialtera ist 2 2/3' + 1 3/5', nicht 2 2/3' + 2'!
Zitat von Lupus im Beitrag #59Barock: Mit dem Prinzipalplenum im I. Manual und dem Nasard im II. Manual lassen sich Trio-Sonaten und große Bach-Werke hervorragend registrieren.