Zitat von Axel im Beitrag #20Im vorletzten Takt wäre ich nach deiner berechtigten Korrektur versucht, mal zu probieren, was passiert, wenn man schon vorher im Takt es spielt.
Interessant, dann wird aus C-Dur c-Moll, das würde harmonisch ebenfalls Sinn machen, scheint mir aber dann ein größerer "Eingriff" in den Notentext zu sein.
Problematisch ist es immer, wenn ein offensichtlicher und harmonisch sinnstörender Fehler (z.b. das bloße Vergessen eines Vorzeichens) bereits in der Erstausgabe vorhanden ist und dann von fast allen anderen Herausgebern gedankenlos übernommen wird. Ein typisches Beispiel dafür findet sich in fast allen Editionen von Johann Caspar Simons F-Dur-Fuge, man betrachte den letzten Takt von Seite 8 (im Zusammenhang):
Wer außer mir erkennt, was hier nur falsch sein kann ?
Ich habe erst eine Edition gesehen (Organo pleno (Carus)), bei der dieser (für mich offensichtliche) Fehler korrigiert wurde !
Zitat von Romanus im Beitrag #22... man betrachte den letzten Takt von Seite 8 (im Zusammenhang):
Eigentlich ganz klar: Die letzte Note in der Unterstimme in diesem Takt kann logischerweise nur ein fis (und kein f) sein, weil dieser Takt eindeutig zum (wenn auch unvollständigen) G-Dur-Akkord überleitet, so wie auch in der (terzparallelen) Mittelstimme ein fis vor dem g steht. Den meisten fällt das wahrscheinlich deshalb gar nicht auf, weil sie hier sowieso automatisch ein fis spielen.
Zitat von Axel im Beitrag #20Im vorletzten Takt wäre ich nach deiner berechtigten Korrektur versucht, mal zu probieren, was passiert, wenn man schon vorher im Takt es spielt.
Interessant, dann wird aus C-Dur c-Moll, das würde harmonisch ebenfalls Sinn machen, scheint mir aber dann ein größerer "Eingriff" in den Notentext zu sein.
Vielleicht gar nicht mal. Irgendwo in diesem Takt fehlt ein b, um e in es zu verwandeln. Wir können sagen, wo es spätestens fehlt, nämlich im vorletzten Akkord, aber eben nicht, ob es nicht schon früher hätte stehen müssen. Grundsätzlich ist die Wendung ja nichts Neues: die Tonika wird durch eine 7 zur Zwischendominante zur Subdominante, diese taucht dann als Mollsubdominante auf, bekommt noch eine sixte ajoutée und dann fehlt nur noch ein Ton, um daraus einen Dv zu machen.
Das einzige, was mich immer schon daran gestört hat, ist, dass man einen 2. Organisten (oder eine Organistin) dazu braucht, um es in der Originalversion spielen zu können. Ich hatte sogar schon begonnen, eine eigene Transkription für Orgel solo davon zu schreiben (kein leichtes Unterfangen !), bevor ich diese (noch dazu kostenlose !) Transkription vom König der Transkriptionen, Maurizio Machella entdeckt und natürlich sofort heruntergeladen habe.
So klingt es dann in der Orgel Solo-Transkription:
Danke, Maurizio Machella ! 👍
Es wäre fast zu schön, um wahr zu sein, wenn sich dabei nicht auch der Fehlerteufel eingeschlichen hätte:
Wer den 1. Teil, das Präludium, in Original und Transkription vergleicht, hört vielleicht schon, dass bei letzterer, genau gesagt am Anfang von Takt 6 in der Oberstimme, etwas nicht ganz stimmt:
Hier zum Vergleich dieselbe Stelle im Original:
Die Aufmerksamen unter euch haben es bestimmt längst erkannt: Am Anfang von Takt 6 sollte in der Oberstimme natürlich ein e1 und kein d1 stehen.