Im Direktorium der Erzdiözese Freiburg findet sich in der Einleitung zur Österlichen Busszeit folgender Hinweis: "Die Altäre werden nicht mit Blumen geschmückt.Die Orgel kann den Gesang unterstützen, sonst schweigt sie aufgrund des Bußcharakters dieser Zeit - angebracht ist jedoch Passionsliteratur (Choralbearbeitungen und freie Orgelstücke). Am Vierten Fastensonntag ("Laetare"), an Festen, Hochfesten und außergewöhnlichen Anlässen ist Blumenschmuck und festlicheres Orgelspiel möglich."
Mit dieser Formulierung kann ich gut leben. Im Grunde hebt der Nachsatz ("angebracht ist") das Rigide der vorangehenden Aussage wieder auf bzw. mildert sie ab. Die Seelsorger haben an meiner Praxis (noch) nicht Anstoss genommen. Ich verzichte (außer an Lätare) auf ein Nachspiel, mildere die Lautstärke deutlich ab, spiele zur Kommunion aus dem reichen Schatz der Passionsliteratur was geeignetes.
Zitat von SCH im Beitrag #589In der Fastenzeit gibt es beinahe keine Orgelmusik in unsere Gemeinde, nur an Laetare. Das finde ich schade, weil es viele schöne Stücke dafür gibt. Unsere Pfarrer wollen das aber nicht, weil es irgendwo so steht.....
Interessant ist, dass dies bei uns (innerhalb ein- und derselben Pfarre!) von verschiedenen Zelebranten völlig unterschiedlich gehandhabt wird und jeder kann es auch auf seine Weise theologisch schlüssig begründen, die "Regeln" werden also völlig unterschiedlich interpretiert, siehe hier !
der Weg von der Sakristei zum Altarraum ist bei uns kurz. Daher spiele ich zum Einzug die Lied-Intonation. Bis die 1. Strophe beginnt, sind Liturg, Kmmunionhelfer und Ministranten auf ihren Plätzen und haben die Gesangbücher aufgeschlagen.
Wir singen immer ein Schlusslied. Manchmal geht der Liturg zur letzten Strophe hinaus. Ansonsten mache ich ein kurze Pause (in Ruhe die Noten weglegen, andere Noten zurechtlegen) und spiele etwas Choralbezogenes.
Postludium: Girolamo Frescobaldi (1583-1643): Präludium g-Moll Ich spiele es nach dieser Gratis-Edition: Präludien-Album (Jürgen Knuth) (Nr. 41)
(Bei jenen Zelebranten, die den "stillen Ein- und Auszug" praktizieren, beginne ich mit dem (in jedem Fall kurzen) Vorspiel zum Eingangslied zeitversetzt nach der Verbeugung vor dem Altar und das Postludium entfällt dann natürlich.)
Einzug: Roman Jungegger (*1968): Intrada zu GL 142 (Zu dir, o Gott, erheben wir die Seele) (Jetzt in der Fastenzeit registriere ich die Intrada natürlich nicht so prächtig wie in der verlinkten Aufnahme, sondern sehr verhalten und meditativ und spiele sie auch etwas ruhiger, außerdem spiele ich eine gekürzte Version davon, die nicht länger als 1 Minute dauert.)
Wir beginnen diesen Gottesdienst mit einer 15-Minuten-Musik zur Einstimmung. Dazu erklingen auszugsweise einige Sätze aus der Orgelpartita "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" von Johann Christoph Walther (1684-1748) und zwei kurze Choralbearbeitungen über GL 289 "Herzlich tut mich verlangen" und GL 290 "Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen" von Carl Loewe (1796-1861) aus dessen Sammlung "Der musikalische Gottesdienst" von 1851, die im Verlag Butz herausgegeben wurden.
Zum Einzug: Johann Caspar Simon, Präludium G-Dur aus "14 leichte Präludien und Fugen"
Zur Gabenbereitung: J. S. Bach, Fughette BWV 750
Zur Kommunion: Carl Loewe, Choralbearbeitung über “O Gott, du frommer Gott"
Ausklang: Johann Caspar Simon, Fuge G-Dur aus "14 leichte Präludien und Fugen"