Zitat von hausorgler im Beitrag #10Ich habe ein komplettes Theologiestudium absolviert. Warum sollte man obengenanntes Stück nicht spielen dürfen? Die allermeisten HörerInnen assoziieren doch gar keinen Text auf ein Musikstück. Dann ist dieser Text bedeutungslos und es zählt nur die Musik. Ich spielte schon im Hochsommer Improvisationen (Plenum, CF im Pedal) über "Vom Himmel hoch, da komm ich her". Damit rechnet kein Mensch, drum hörts auch keiner. CF in komplexen Stücken hören heute nur wenige. Zur Goldenenhochzeitsmesse eines Eisenbahners spielte ich einst eine ebensolche Impro über "auf der schwäbschen Eisebahne". Die vorab Informierten erkanntens, die beiden Pfarrer meinten nur, das sei jetzt aber wuchtig gewesen. Gehört haben sie den cf nicht.
Man sollte die Zuhörer in Gottesdiensten nicht für musikalisch dümmer halten als sie es sind. Nichat alle sind musikalische Banausen. Auch wenn Deine Analyse für die meisten zutreffen mag, sitzen doch einige da, die so etwas hören oder sogar das Stück kennen. Ein Stück über "Vom Himmel hoch, da komm ich her" im Hochsommer zu spielen, ist für mich ein no go. Und zur "schwäb'schen Eisebahne" sag ich nur so viel: Dann kann man bei Beerdigungen auch "Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus" spielen. Mit Kirchenmusik hat das nichts mehr zu tun.
Da ich die Debatte über Caccini's Ave Maria losgetreten habe: Natürlich kann man das ganze Jahr über auch zur Kommunion ein marianisch geprägtes oder inspiriertes Stück spielen. Zur Klarstellung: mein Einwände dagegen waren nicht liturgisch begründet, wohl aber aestethischer Natur (Stichwort "Kitsch").