Diejenigen unter uns, die neben dem Organistendienst auch für die Liedpläne ihrer Pfarren zuständig sind, kennen vermutlich das Problem: Die Lieder zum Gottesdienst sollen perfekt zu den jeweiligen Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres und ihren Evangelien passen, oft auch spezielle Wünsche des Pfarrers und das gängige Repertoire der jeweiligen Gemeinde berücksichtigen und auch noch abwechslungsreich sein. Das alles ist oft gar nicht so leicht unter einen Hut zu bringen, deshalb möchte ich hier ein paar Orientierungshilfen zusammentragen: Liedplan der Erzdiözese Wien Liedplan der Erzdiözese Salzburg
Ist ein Liedplan dafür da dass man am Anfang des Monats schon die Lieder für alle Gottesdienste weiß? Bei mir ist das so dass die Pfarrerin mir am Freitag die Lieder für den Sonntag schickt, manchmal auch erst Samstagabend, worüber ich mich schon des Öfteren beschwert habe. Da wird aber immer darüber hinweggelächelt, "der bekommt das schon irgendwie hin". Wahrscheinlich muss ich mal einen Gottesdienst so richtig verhauen damit mal gemerkt wird dass ich neben Orgel, Chor und 10. Klasse Gymnasium auch noch andere Sachen machen möchte...
Je nachdem, ich mach nur Liedpläne für einzelne Messen. In einer meiner Pfarren wird er monatlich erstellt, in der anderen immer so 2-3 Monate im Voraus.
Zur knappen Bekanntgabe der Lieder ein Zitat aus Planyavsky, Katholische Kirchenmusik:
Zitat Es war 1989 beim Wettbewerb für Kirchenmusiker in Fürth. Beim ersten Treffen der Juroren wurden wie üblich die technischen Details mit den Organisten besprochen, unter anderem der Zeitpunkt, wann die Kandidaten die Lieder für den Durchgang "Liturgisches Orgelspiel" bekommen sollten. "Am Abend davor", lautete die Antwort. Darauf sagten die evangelischen Juroren: "Was, so spät?", und die katholischen: "Was, so früh?"
Zitat von Fili im Beitrag #8Darauf sagten die evangelischen Juroren: "Was, so spät?", und die katholischen: "Was, so früh?"
Na dann scheint das hier genau andersrum zu sein 😂 In Thüringen gibt es nicht allzu viele katholische Gemeinden, also bin ich auch evangelisch getauft. Und letzten Donnerstag habe ich ihr sogar noch gesagt dass ich Samstag nicht zu Hause bin und sie hat ihn mir trotzdem erst am Vorabend geschickt 🙄
Ich selbst ziehe es vor, mich bei der Erstellung von Liedplänen der Vollausgabe des "Münchener Kantorale" und des in Ergänzung des SCHOTT Kantorale im Verlag Herder erschienenen Buchs von Kurt Grahl (ehemals Propsteikantor in Leipzig), "Liedvorschläge aus dem Gotteslob" zu bedienen, da ich lieber mit gedrucktem Papier arbeite. Für den evangelischen Bereich ist auf das Büchlein "Texte und Lieder für die Sonn-und Feiertage" im VerlG Evangelischer Medienverband Kassel 2019 zu verweisen, das die neue Perikopenordnung berücksichtigt.