Der Präsentator dieses Videos quatscht am Anfang zu viel für meinen Geschmack, man muss bis ca. 03:00 scrollen, bis man endlich ein paar Klänge dieses Wunderdings hört.
Was mich aber interessieren würde: Gibt es bekannte Musiker, von denen man weiß, dass sie diesen Synthesizer benutzen bzw. erfolgreiche Musikproduktionen, in denen man den Expressive E Osmose hören kann ?
Ich hab mich schon immer auch für das technische Innenleben elektronischer Instrumente interessiert und auch selbst nachgesehen. Beim Osmose ging das bisher nicht (habe noch keinen, dauert aber vielkeicht nicht mehr lange), aber jetzt sind Bilder von der Elektronik im Netz verfügbar.
Das erste Bild zeigt die Sound-Engine, praktisch nur 3 DSP Chips (Analog Devices SHARC-Familie, wie auch bei Johannus und Viscount)
Das zweite Bild zeigt ein weiteres Board, u.a. mit einem Microcontroller und Speicherchip.
Das ist eine sehr schlanke Hardware mit frei verfügbaren Standardkomponenten, die Besonderheiten des Geräts liegen in der Software (Firmware) und der speziellen Klaviatur.
Neben der Sound-Engine "Eaganmatrix", die ursprünglich für das Haken Continuum entwickelt wurde und die aussergewöhnlich leistungsfähig aber auch sehr anspuchsvoll zu programmieren ist (braucht man meistens erst mal nicht, es gibt überreichlich Presets mit weitreichenden Anpassungsmöglichkeiten), ist eine weitere Besonderheit die Tastatur, die es so bisher nur hier gibt. So gibt es nicht wie sonst meisten zwei Schaltkontakt zu Velocity Bestimmung, sondern eine kontinuierliche Erfassung der Tastenbewegung in zwei vertikalen Zonen und zudem horizontal. Damit kann man sehr expressives Spiel erreichen, aber man kann auch mit entsprehender Einstellung ganz "normal" spielen. Bei Defekten können Tasten einzeln getauscht werden.
Nach bald einem Jahr mit dem eigenen Osmose ein kurzer Nachtrag. Mittlerweile gibt es auch eine 5-Oktaven Version – warum nicht gleich? Nun, mit Oktavshift hatte man effektiv schon immer 8 Oktaven.
Nun gibt es auch den Osmose CE, dies ist eine Version als reiner MPE-ontroller ohne eigene Synth-Engine.
Hat der Osmose die Erwartungen erfüllt? Weitgehend ja, es gab vorher ja genug Informationen im Netz, so dass man ziemlich genau wusste, was da auf einen zu kommt..
Es gibt natürlich Dinge, die man erst in der Praxis erfährt. So hat Expressive E die Software von Haken Audio etwas geändert (vor über einem Jahr) und ein paar Sachen verschlimmbessert. Kann vorkommen, aber seit über einem Jahr kein Update.
Man hat viele Presets, die man weitgehend bearbeiten kann, man kann auch eigene Presets erstellen, dann muss man aber mit der Eagan Matrix programmieren – und dies tun nur wenige, weil man ein ganz klein wenig Mathematik braucht.
Bei ersten Versuchen mit der Programmierung, die eigentlich ganz gut verliefen, trat aber ein Problem auf, das init-Preset war fehlerhaft. Also Support kontaktiert, dort nach einer Woche an Haken Audio verwiesen. Dort antworte man postwendend und in kürzester Zeit wurde eine Lösung/workaround gefunden. Dabei hatte ich auch direkten Kontakt mit Edmund Eagan, dem Schöpfer der Matrix. Zusammengefasst bleibt festzuhalten, das der Support von EE schwach war, von Haken Audio aber gut.
Leider war ich im letzten halben Jahr von anderen Problemen abgelenkt, so dass ich da nicht intensiv weiter geforscht habe. Demnächst vielleicht wieder.