Ich finde für diesen Fall auch eine Ritornellform ganz hübsch. Vielleicht in der Art eines Concertos von Vivaldi o.a. Ich würde ein frei erfundenes Ritornell nehmen, da muss man natürlich vorher mal etwas nachdenken und das in verschiedenen Tonarten spielen können. Im Soloteil, der dann ja traditionell auf dem Positiv gespielt wird, kann man dann den Choral zitieren.
Eine weitere, eigentlich sehr simple, aber allemal wirkungsvolle Methode:
Man zerlegt die Choralmelodie in kürzere Abschnitte. Ein Abschnitt endet jeweils dort, wo beim Gesang eine Atempause sein sollte. Man spielt den 1. Abschnitt einstimmig im Pedal mit einer gravitätisch-vollen Plenum-Registrierung (am besten mit Posaune 16´, falls vorhanden), lässt den letzten Ton als Orgelpunkt liegen und spielt über diesem Orgelpunkt mit der rechten Hand ein paar Takte lang Akkordzerlegungen in 1/16- oder 1/8-Noten und mit der linken rhythmische Akkordschläge. Dasselbe macht man dann mit den weiteren Abschnitten der Choralmelodie, dann muss man nur noch einen Schluss finden. Fertig ! Ein Beispiel dafür ist diese kleine Choral-Toccata zu GL 231 (O Heiland, reiss die Himmel auf).
Als polyphone Alternative zur Choralfuge oder Fughette lassen sich Choralmelodien oft auch sehr gut in Form eines Kanons einspielen und wenn sich der Kanon nach ein paar Takten "erschöpft", am besten das Choralthema quasi als Fugato "weiterspinnen" und zuletzt die komplette Choralmelodie im Pedal spielen, während die Hände Gegenstimmen oder Akkordzerlegungen spielen. Ein Beispiel dafür ist mein kanonisches Präludium zu GL 403 (Nun danket all und bringet Ehr).
Zitat von Axel im Beitrag #7Ich finde Akkorde bei NGLs hilfreich. Wenn man da nicht das "richtige" trifft, klingt es merkwürdig,
Was ist bei NGL (abgesehen von der Melodie, die man natürlich streng einhalten sollte) eigentlich das "Richtige"? Wenn der Komponist selbst eigene Harmonien zu seinem Lied vorgeschrieben hat, gebe ich dir natürlich Recht, aber in vielen Fällen stammt der Choralsatz im GL-Orgelbuch gar nicht vom Komponisten selbst und außerdem, hast du nicht mal irgendwo in diesem Forum geschrieben, dass du es langweilig findest, wenn bei der Choralbegleitung alle Strophen völlig gleich harmonisiert werden?
Zitat von Romanus im Beitrag #14Als polyphone Alternative zur Choralfuge oder Fughette lassen sich Choralmelodien oft auch sehr gut in Form eines Kanons einspielen ... Ein Beispiel dafür ist mein kanonisches Präludium zu GL 403 (Nun danket all und bringet Ehr).
Diese Methode mag ja für eine Komposition ein brauchbares Konzept sein, aber improvisieren könnt´ ich sowas nicht! (Und die meisten hier mitlesenden wahrscheinlich auch nicht, wage ich zu behaupten.) 🤔 Einen Kanon zu improvisieren, sodass es auch schön klingt, stelle ich mir sogar noch schwerer vor als eine Fughette, weil das ja "zusammenpassen" muss und sich nicht jede Melodie für einen Kanon eignet. Sowas kann vielleicht Franz Josef Stoiber improvisieren, aber nicht der durchschnittliche Nebenberufs-Organist. Da finde ich deine weiter oben genannten Methoden noch eher umsetzbar.
Zitat von Romanus im Beitrag #14Als polyphone Alternative zur Choralfuge oder Fughette lassen sich Choralmelodien oft auch sehr gut in Form eines Kanons einspielen ... Ein Beispiel dafür ist mein kanonisches Präludium zu GL 403 (Nun danket all und bringet Ehr).
Diese Methode mag ja für eine Komposition ein brauchbares Konzept sein, aber improvisieren könnt´ ich sowas nicht! (Und die meisten hier mitlesenden wahrscheinlich auch nicht, wage ich zu behaupten.)
Ich auch nicht, es ist ja auch komponiert und nicht improvisiert. Ich wollte einfach als Ergänzung auch diese Methode erwähnen, für diejenigen, die Zeit und Lust haben, etwas zu komponieren.